würde: dem gehenden schiebt sich der weg unter die füße

dem gehenden schiebt sich der weg unter die füsse

dem gehenden schiebt sich der weg unter die füße

… die würde sei unantastbar. so habe man eine idee in stein gemeisselt. man kann sie also nicht tasten. nicht berühren. doch wenn man die würde nicht berühren kann, dann woraus besteht ihre essenz.

dem wesen eines elephanten sehr nahe, verband ann ihren hoch ausgeprägten treusinn nachweislich unvergleichbar. sie war nicht in gefangenschaft doch fühlte sie, wie die gefangenschaft ihrer brüdern und schwestern, wie ein loch ohne boden, sie mit in das unglück sog. ihre rufe erkannte sie vom weiten und doch war sie nicht schnell genug um ihnen die hand zu reichen. sie beeilte sich und mit jedem schritt wurde sie nur noch langsamer.
noch waren sie nicht sichtbar, in weite nur hörbar und dem geruch nach, den der wind mit sich trug, würde sie noch tage brauchen um an der wasserstelle anzukommen, wo auch die anderen geschöpfe hin gelangen wollten. sie ging und erblickte die spuren der anderen, die den selben weg schon vor ihr gegangen sind. sie kannte sich in spurenlesen aus und sie zu verfolgen war auch kein grosses risiko. die gefahr lauerte nicht weit. die trockenheit beherrschte die zeit doch die erinnerung verblasste nicht, ganz spiegelverkehrt nahm sie seltsam farbenfrohe konturen an und hörte die leisen worte ihres geliebten vaters:

„man muss nur den nächsten schritt tun. mehr als den nächsten schritt kann man überhaupt nicht tun. der nächste schritt ist nämlich immer fällig. der nächste schritt ist nämlich nie ein großes problem. man weiß ihn genau. eine andere sache ist, dass er gefährlich werden kann. nicht sehr gefährlich, aber ein bisschen gefährlich kann auch der nächste fällige schritt werden. aber wenn du ihn tust, wirst du dadurch, dass du erlebst, wie du ihn dir zugetraut hast, auch mut gewinnen. während du ihn tust, brichst du nicht zusammen, sondern fühlst dich gestärkt. gerade das erlebnis, dass du einen schritt tust, den du dir nicht zugetraut hast, gibt dir das gefühl von stärke. es gibt nicht nur die gefahr, dass du zu viel riskierst, es gibt auch die gefahr, dass du zu wenig riskierst. dem gehenden schiebt sich der weg unter die füße.“

er war ihr held und sie dachte bei sich: „auch wenn es viele prinzen gibt, mein papa bleibt der könig“. etwas erschöpft doch noch ganz glücklich und zufrieden, legte sie sich zu der wurzel eines hohen baumes. es war der höhste baum der welt, ein küstenmammutbaum namens „hyperion“. sie schaute zu ihm hoch und ihr blick erreichte die riesen krone, welche wie ein mehrdimensionaler, sich um die erdachse drehender pilz aussah. sie legte sich zu seinem fuss und er bot ihr etwas schatten, bevor sie jedoch tief und fest in den schlaf versunken ist, fragte sie ihn: „was ist der nächste schritt für mich?“ in der sicherheit, die antwort dadrauf im traum zu finden.
„ich will hier weg“ hörte sie ihren eigenen worten zu, die aus ihrem herzraum stammen. die worte wirkten flüsternd und leise, ihre augen wurden etwas feucht, daraufhin folgte brutale stille und das vogelgezwitscher aus dem background machte auf sich aufmerksam. das tierreich näherte sich ihr um ihr in der dunkelheit den schutz von denen zu bieten, die nichts gutes, nur schwachsinn im sinne hatten. das waren krieger, gemeine larven, die nur durch blut vergiessen ihrer barbarischen unlust, die folge leisteten. ann wollte keine furcht mehr spüren, und sie wusste die freunde sehr zu schätzen, die ihr den schutz geboten hatten.

nicht weit weg von der grenze mexicos befand sie sich, mitten in der prärie und ausser der vereinzelnd stehenden bäume unter denen sie einkehr gefunden hat, gab es nur den panoramablick und in 360 grad, eng stehende grüppchen von hohen gräsern und sträucher waren dort zu sehen.
wie bin ich nur hierher gekommen, das erinnerte sie nicht. eine scheinbare amnesie oder finstere blokade schien sie mit der verblendung, der sie in der kopfmitte stichenden sonne, eins zu sein. ann wusste, dass sie nicht im schlaf wandelte und dies auch keine halluzination sein konnte, denn sie fühlte sich ganz mit ihrem körper, dem himmel und der erde im hier und jetzt präsent. sie war da, schon immer, und immer wieder sah sie sich an verschiedenen orten zu unterschiedlichen zeiten um und kein tag war dem nächsten gleich. wie die eintagsfliege, hatte sie manchmal den eindruck, nur einen tag gelebt zu haben und manche der tage, die danach kamen, kamen ihr vor, als ob hunderte oder milionen von jahren vergangen sind und sie hörte allem aufmerksam zu.

alles begann sehr früh: „wer als kind in der wiege schreit und erlebt, dass daraufhin die mutter kommt und einen in den arm nimmt, der erlebt, selbst kaum einen monat alt, sein eigenes vermögen. „ich kann meine lage verändern, kann meine mutter dazu bewegen, mich in den arm zu nehmen“ weiss das kind nach jeder erfolgreichen wiederholung. und was erlebt demnach das ungehörte kind? „ich schreie, aber die welt nimmt keine notiz von mir, ich bin unwirksam.“ und es sind die erlebnisse kleiner und größerer erfolge, die das vertrauen auf die eigene wirksamkeit wachsen lassen. hier braucht es keinen zeugen, niemanden, der applaudiert, hier zählt nur die persönliche erfahrung. mache positive erfahrungen.

ein schauspieler ging zu einem arzt, weil er vor aufführungen immer wieder an schrecklichem lampenfieber litt. der puls beschleunigte sich, er begann zu schwitzen und sogar der atem ging etwas schneller. nun wollte er eine therapie gegen diese regungen seines körpers. anstelle eines rezeptes sagte der arzt: „ sie nehmen ihr publikum ernst, deshalb haben sie lampenfieber. freuen sie sich, dass, wenn es auf die bühne geht, ihr körper so aktiv „mitspielt“. dadurch gewinnen sie die präsenz auf der bühne“. sei es der schweiss auf den handflächen, das pochende herz oder der krampf in der magengegend: es gibt viele formen, in denen sich körperliche funktionen angesichts einer besonderen herausforderung melden können. wenn es nun aber gelingt, diese körperliche signale nicht als alarmsignal gegen, sondern als mobilisierung für das was wir erfahren können zu begeifen, dann stärkt auch das die selbstwirksamkeit. „mein herz pocht, die zunge ist trocken – natürlich, so darf es sein, denn ich habe ja auch etwas besonderes vor!“

„ich höre lieber dem regen und dem wind zu“ sagte sie ihrem freund, der mit 80 kmh und einem wohnwagen im rücken, auf den autobahnen deutschlands, schon fast wie auf einem fliegendem teppich, von a nach b reiste. „und, was sagt der regen“, fragte er neugierig. „manchmal mag ich ihm einfach nur zuhören, ohne das ich mit wörtern beschreiben kann, was mir der regen sagt. ich könnte stundenlang einfach so da sitzen und mit dem regen und dem wind zusammen sein und manchmal, da fühlt es sich für mich an, als ob wir uns so einiges zu erzählen haben.“ ann lachte innerlich. die schlechte verbindung unterbrach das gespräch doch einige tage danach wurde die verbindung repariert. wie und wer uns dabei half, hatten wir nicht erfahren, vielleicht waren es die engel oder das licht, vielleicht die kraft unserer für einander pulsierenden adern oder auch einfach nur die freundlichen handwerker, die, die unterirdischen leitungen der gesellschaft für telekommunikation mit einem nachhaltigem klebstoff zusammen geflickt hatten.

mehr als zehn jahre oder vielleicht weniger hörten sie von einander nicht viel. sie hatten sich nicht wirklich was neues zu sagen. er war schon in rente doch noch mochte er seine arbeit zu hause zu verrichten. er sprach sie an und ab dann versuchten wir die ferne und die distanz unbeständig sein zu lassen, schon allein aus dem anlass, dass es wirklich keinen sinn mehr machte die ganze familienstory aufzurollen, und er sagte das sei eine gute idee. wir respektierten die des jeweils anderen freiheit. in den letzten dreissig jahren, hat er in etwa 5000 tausend menschen ein schönes lächeln schenken können. er war ein heilkundiger und auf seinem gebiet ein kompetenter arzt gewesen.
wir sprachen von oma, seiner mutter, die er sehr liebte und bis zu ihrem tod mit bei sich zu hause wohnen lassen hat. sie wurde 93 jahre. er sandte mir bilder, viele bilder und auch von opa, denn ich eindringlich danach fragte und erzählte mir das, was er von ihm noch in erinnerung behalten hat. seine eltern waren so süss zusammen, das, als ich das eine bild von ihnen mehrmals betrachtete, ich das strahlen der gesichter, als ein zeichen hoher warscheinlichkeit deutete, das dieses paar wie füreinander geschaffen gewesen sein müsste. sie strahlten beide vor glück und zufriedenheit. das war in etwa 1927 als wladyslaw seine stefania geheiratet hat. die frauen unserer herkunftsfamilie schienen mir mit richtig guten genen ausgestatet zu sein, und sie besassen allesamt einen hoch ausgeprägten familiensinn. ob das an der kultur, an der tradition oder einfach nur einer generationsübergreifenden familienstruktur lag, das in erfahrung zu bringen hätte mich schon sehr beeindruckt. was hatten die frauen gemeinsam und was machte sie so unvergleichbar atrakktiv, das die männer sich der nähe zu ihnen nicht gefürchtet hatten, wie das phänomen in manch anderen ländern zu beobachten war, wo männer angeblich angst vor der nähe haben sollten. ich sendete ihm bilder von den von mir gepflegtem garten, und erzählte ihm von den aktivitäten die so tagsüber in meinem alltag zum vorschein kamen. sein leben war zu tiefst bodenständig und da dachte ich, kann sich vielleicht zu verschiedenen themen irgendwann ein gespräch entwickeln und man würde die jahre zwar nicht mehr aufholen können, die uns nicht einmal verloren schienen, man könnte eine freundschaftliche und interessierte haltung einnehmen so die idee, denn plan hatte ich nicht, und den brauchte ich auch nicht wirklich, denn im chaos kannte ich mich gut aus und das aufräumen nur so selten vorkam, wie häufig das nötig gewesen sei, um einen level einzuhalten, der sich an den grenzen des unmöglichen gern aufzuhalten wusste. „vertraue deiner wahrnehmung, achte deine gefühle“ hörte sie wieder den rat aus der traumzeit in der sie sich befand und aus der sie wieder zu der quelle fand von der sie aus die sterne und das wasser berühren konnte. kein tropfen fiel mehr zum boden. der krug aus dem sie schöpfte, füllte sich selbständig mit all dem guten was sie zu leben brauchte. „mögen all deine träume bereits erfüllt sein, träumer; mögen sie dir glück und freude bringen“ sprach die alte, und ann war klar, dass sie genau das tat was ihrem wohl diennlich war. nicht nur ihrem wohl, auch dem wohl der in gemeinschaft und freundschaft lebenden menschen , die eine sehr große reichweite anzeigten.

„nicht müde werden, sondern dem wunder leise wie einem vogel die hand hinhalten“ hilde domin

wenn du in dein inneres blickst und spürst, dass dort ein junges herz schlägt, wirst du, und dein herz mit dem traum eins und der weg durch jenes abenteuer, das man leben nennt, leben, stets wirksam, das beste darin zu sehen, und du und dein herz, vereint, ihr werdet niemals müde werden oder alt. das brummen der fliegen im zimmer erinnerte mich dadran, dass die forscher für diesen sommer ein erhöhtes strom an insekten prophezeiten. ich wollte nichts unternehmen, ich hatte mich nur erinnert.
„johanniskraut, johanniskraut, der hilft auch dem, der sich nicht traut“ reimten sich mir die worte auf der zunge gleich. es war noch früh und der tag ganz hell. es war ein samstag und ich konnte lange im bett bleiben und ich erwartete einen besuch. eine freundin aus berlin, die in der nähe einen fototermin hatte, würde am abend vorbei kommen und wir nahmen uns vor, die hochzeitsfotos durchzusortieren, die henriette machte. sie war eine freie fotografin und wohnhaft in berlin. henriette war eine sehr hübsche frau. wohl geförmter körper, weiche bewegungen, blondes, lockiges haar. ihre fingernägel leuchteten in einem grün, einem mintgrün und die lippen waren rot. der abend war lauwarm, wir nahmen den weg durch den wald und erzählten uns rege ein stück der jeweils fremden, von den teilen ihrer geschichte, die kurzfassung der ereignisse und das im moment, wie im hier und jetzt empfundene. der duft vom kräutertee aus den frisch gepflückten minzblättern und weiteren sich abends entfalteten blüten hatten unseres gespräch unter dem weinstock und der nach süd westen gerichteten terasse in ein kleines unsichtbares universum verwandelt. sie war die zweite von vier geschwistern, und hatte einen sehr ausgeprägten sinn für humor, war energisch und ihr geist war leicht. wir waren uns in vielen dingen gleich, in anderen ansichten stimmig und sie war wie eine schwester.

welchen tieferen sinn hat es, ein kind dazu bringen zu wollen, dass es artig sei? „du warst unartig und deshalb habe ich dich in der ecke für „unartige kinder sitzen lassen“, sagte die mutter zu ihrer dreijährigen tochter.
„du machst mami das leben schwer“ erzählte sie dem kind von ihrer eigenen und selbst wohl auch bewusst erlebten erfahrung. wenn kinder es lernen, immer artig sein zu müssen und ihre impulse nach lebendigkeit unterdrücken, damit mami und papi nicht böse mit mir sind, so lerne ich vielleicht ganz brav ,still und unterwürfig zu sein, wobei die stille sich nicht unbedingt zum nachteil zu enpupen braucht. mein innerer drang, meine innere power und energie zieht sich dann vielleicht zurück und ich fühle mich dann nur noch wie eine marionette, eine figur mit der die anderen geschöpfe ein spiel nach irgendwelchen regeln zu spielen versuchen. bei uns gab es keine regeln und alles lief wie von selbst.
könnte baghira sich später an die worte ihrer mutter erinnern, die sie in so jungen jahren gehört hat? und selbst wenn sie die worte nicht mehr erinnern konnte, hätte doch sein können, dass diese sie zu dem zeitpunkt emotional berührten, so das, das kind sich gemerckt habe, dass wenn es sich so zeigt wie es nun mal ist, das jemand anderes stören könnte, es versucht rücksicht zu nehmen, lebt nach dem motto: „erst die anderen, dann ich“. vielleicht beeinträchtigt das unsere baghira nicht in ihrem späterem leben, doch es wäre vielleicht gut, wir ob groß oder klein, bevor wir was sagen, darüber nachsinnen, wie ich mich selber mit den worten fühle, die ich mit absicht jemand anderem sagen möchte, denn wenn ich denn satzt nur geringfügig umfolmuliere wie z.b statt „du“ das „ich“ verwende, würde ich feststellen können, das nicht „du“ mami das leben schwer machst, sondern mami sich selber das leben schwer macht. „ich mache mir selber das leben schwer“ sagte dann die mutter und konnte einsicht darüber gewinnen, dass das mädchen, welches ihre tochter genannt wurde, bloß nur eine projektion ihrer eigenen bemühungen war, ihren vater bei jeder gelegenheit, wo er manisch depressiv wurde, gekonnt zu beruhigen, um die anderen geschwister vor seinem ungezähmten zorn zu beschützen.

in der französischen kathedrale chartres fand „stolz“ seine manifestation und ihre feste form, eine transparenz. was meinem auge sichtbar war, war ein menschliches geschöpf, ein reiter, der auf einem anderem lebewesen, einem tier, dem wir menschen, ihm den namen pferd gegeben haben, auf dem rücken liegt, beide dem boden nahe. welch eine faszienation. nachdem henriette abgereist ist, ging ich zum flohmarkt, dort hatte ich zwei süsse kleider gefunden. ich trage so selten kleider, warum, weiss ich nicht, ich nahm sie mit. am abend löste ich noch einige bestellungen für die praxis apotheke aus. teufelskralle war auch dabei. der teufelskralle, vor allem der aus afrika stammenden wurzel, sprach man nach, sie sei dem menschen für sein traumerleben eine hochwirksame begleitung. ann waren die träume und alles was mit traum, dem träumenden und seinem raum zu tun hatte, sehr wichtig so blieb sie stets wach, präsent, klar.

„was ist also die würde genau und worin war sie begründet. die „würde des menschen“ war ein relativ junger begriff, der sich über jahrtausende entwickelte. erstmals tauchte der begriff der würde, die dem menschen auf grund seines menschseins zusteht, bei dem römischen philosophen und staatsmann cicero (100 vor christus) auf. doch waren nicht alle menschen gleich, sklaven galten als sache und waren deshalb frei von würde. in der aufklärung war die auffassung von würde nicht mit der vernunftnatur verknüpft, wie noch bei den römern, sondern seine freiheit zeichnete den menschen aus. sein der mensch ist nicht vollständig durch naturgesetze bestimmt, wie alle anderen lebewesen, sondern er besitzt die fähigkeit zur selbstbestimmung und zu freiem und damit verantwortlichem handeln. darin liegt seine besondere würde begründet. quelle: br 2 wissen  (beitrag kann hier angehört und oder herunterladen werden: hier) „…

herzlich willkommen