von fledermäusen und anderen welten

von fledermäusen und anderen welten

das traumland riecht nach erdbeerminze, schmeckt wie der ozean, und klingt wie die vögel, die dich der nacht besuchen kommen . das traumland fühlt sich an wie medizin, welches die seele sanft streichelt, wie die hände des geliebten der die falten deiner stirn küsst und wenn das unmögliche möglich wird und der duft den körper wie in der wirbellosen luft des tages danach in tanzende schmetterlinge wandelt.

„ich bin mitten im paradies“, träumte ann. das sanfte geraschel des sommerduftes, welches sich durch die gräser in dem garten von ann bemerkbar machten, zauberten ihr ein dankbares lächeln auf das gesicht, das in richtung ihrer kehle, sich die luft zur freiheit verschaffte. sie spürte ihr herz lachen. es war noch nicht spät am nachmittag und die vergangene stunden erinnerte sie jetzt in voller, sanftmütiger und tiefenentspannten atmosphäre, gleichzeitig einen koalabär vor sich sehend und sich wie einer fühlend. sie war an die wand angelehnt und es fehlte nur noch ein eukalyptuszweig, welcher sich hätte für den moment von ihr und dem bär hätte unterscheiden können.

von bartek wurde sie  aus dem tiefen heilsamen raum in einen anderen traum gerufen. „mama, hier ist eine fledemaus, sie ist verletzt und ihr körper ist halb verdreht“ sprach er . „was wollen wir mit ihr machen“, fragte er bewegt.
das piepsen des flughundes, die wie im sturm durch die räume herumwirbelnde katzen und die noch nicht ganz wahrgenommene kulisse des dunklen raumes, haben sie zu einer antwort veranlasst, ohne an die etwaige konsequenzen der worte vorab gedacht zu haben. ann murmelte vor sich hin, ihren körper noch im zwischenraum spürend, bartek möge die fledermaus nach draussen tun. er holte eine schaufel und ein besen und schob das verletzte tier sanft darauf, brachte es nach draussen und verschwand dann alsbald im hintergrund seines traumraumes. von natur aus war er mit der tierwelt wesensverwandt und aufgrund seiner geburtsstellung auch ein jemand der die verantwortung  nicht scheute. er wuchs mit tieren auf. katzen, hunde, kanninchen sowie hamster hatte er bereits gekannt. auch bäume und von ihnen der kirschbaum, waren seine lieblingssorten. im laufe der zeit, in der er mit ann durch die wüste und berge der seenlandschaft der welt wanderte, eignete er sich jedoch auch an, für andere fühlende geschöpfe verständnis und zuneigung zu entwickeln. diese eigenschaften weiteten seine wahrnehmung für die natur und die anderen erdenbewohner im breitestem sinne.
ann stand auf und suchte nach einer möglichkeit die fledermaus doch noch irgendwie zu versorgen. die vorstellung, dass das tier jetzt mit gebrochenen flüggeln und verletzt, dort draussen alleine im gras liegt und das wissen darüber, dass die katzen in der nähe frei herumlaufen, konnte und wollte sie nicht ausblenden, dies hätte den tod für das säugetier bedeutet und das hätte ja noch vermieden werden können.
ann suchte nach einem karton und fand diesen im kellerraum. der karton war noch voller heu, da sie einige tage zuvor, eine pflanzenlieferung per post zugestellt bekommen hat und das heu lagerte sie sowieso gerne für später, wenn die tage kürzer und kälter werden, um den pflanzen, die etwas mehr wärme mochten, solches material zur verfügung stellen zu können. ein tuch und eine taschenschlampe. die beiden gingen heraus. ann hockte sich hin und berührte das tierchen zunächst mit einem zweig der rein zufällig gleich in der nähe lag. dabei beobachtete sie zuerst, wie das tier auf die berührung reagiert. es hat den kopf herum gedreht und greifte mit fletschenden zähnen nach dem strohalm. die bereitschaft gebissen zu werden war meilenweit vorausschaubar und da ann nicht so sehr auf bisswunden stand war ihr klar, dass sie das tier nicht mit der ungeschützten hand heben darf. sie mochte keine wunden, denn für gewöhnlich sagte man ihnen nach, dass sie schmerzen bereiteten und schmerz zu empfinden war nicht die art und weise, auf die ann das leben gerne spüren mochte.
wahrscheinlich duftete es eine bedrohung oder hatte seine widerstandskraft und stärke zeigen wollen, dachte sie. sie schaute in den himmel und erblickte all die sterne der lauwarmen sommernacht. phantastisch, wahrscheinlich deshalb war das jetzt gut von der fledermaus geweckt zu werden, fiel ihr ein.

im nächsten atemzug erzählte bartek selbsbewusst und standefest, dass die fledermaus von den anderen bestimmt abgeholt wird und daher ruhig draussen bleiben könne, sie kann laute machen und rufen, dann werden sie sie schon hören, vorbei kommen und sie vom boden abheben und dahin mitnehmen, wo sie von raubtieren geschützt, wieder genesen und zu sich finden konnte . wow, wie phantasiereich, dachte ann, als er das sagte, dann nahm sie die maus und hob das kleine wesen ab , den kleinen körper vorsichtig in die braune kiste hineinlegend. das paket legte sie dann hoch auf dem schrank auf ein wunder wartend. schon oft hatte ann auf diese art und weise anderen tieren helfen können. meist waren es die vögel die sie noch im rechten augenblick aus dem maul der katze hat lebendig borgen können.
noch von dieser session aufgewühlt, fühlte sie, dass es mit der genesung einfacher gehen würde, wenn sie einen befreundeten geistheiler um eine gezielte energie und fernübertragung bitten würde. „wenn wir zu zweit die kraft dahin konzentrieren, wird es bestimmt wieder gesund“ sagte  ann im geist und folgte dem impuls. sie wusste nicht ob der mann schlief oder schon wach war, jedoch einige minuten, nach dem sie die nachricht an ihn sendete, hörte sie wieder ein pipsen der maus im raum nebenan und schleichte sich wieder heraus aus dem zimmer hinein in den flur um nachzuschauen ob die idee bereits ihre wirkung zeigte. sie schaute in die kiste. die kiste war leer.  durch den gehörsinn, versuchte sie die quelle zu orten, wo das tier jetzt sein mochte und sie entdeckte es dann an der wand herumkletternd, neben einem blauen hut, welches wohl die überbleibsel einer karnevaltracht sei. ann wusste nicht mehr wo sie den hut her hatte. den hut benutzte sie jetzt dazu, das kleine wesen einzufangen. sie brachte es nach draussen in seine gewohnte umgebung und die fledermaus flog aus eigener kraft davon. ann war begeistert. das säugetier war wieder ganz und flog ganz selbständig in den schoss der freiheit und ihrer heimat.

in china gelten fledermäuse als sinnbild für glück und ein langes leben. als wetterpropeht sagt die fledermaus gutes wetter vorraus, wenn sie abends, nach einem kühlen regentag, zu fliegen beginnt. für viele indigene stämme nordamerikas repräsentiert die fledermaus sogar auch unsterblichkeit und wiedergeburt. die fledermaus ist ein scheues, nachtaktives säugetier und besitzt eine hohe anpassungsfähigkeit. weil ihr körperbau dem einer maus ähnelt und ihre flügel wie leder sind wird sie als (f)ledermaus bezeichnet, steht in den büchern geschrieben. fledermäuse können sich von allen tieren am besten im dunkeln orientieren. indem sie echolote aussenden, welche bei aufprall reflektiert werden, können sie nicht nur die form von objekten oder lebewesen genau bestimmen, sondern auch erkennen, wie weit sie davon entfernt sind und wohin sie ausweichen müssen.

sie schaute ihr noch hinterher und freute sich, diese ereignisse, die sich eigentlich wie eine nachtwandelung anfühlten, jetzt vor sich sehen zu können. die dunkle klare luft und die tiefe des horizont beeindruckten und berührten sie zugleich . in der weiten ferne funkelnden weisse punkte, die sie in die welt der faszinierenden dunkelheit, samt der darin verborgenen geheimnisse, mitgenommen haben, und ihr einsichten gewährten von denen sie nie zu träumen wagte.  das licht des mondes welcher auf sie heraufleuchtete, klärte auch die felder der soma wie aura die mit dem wind  und seinem element weiter zogen . kopflos, wirbelfrei. säuge tier halt. nicht breit jedoch zu fast allem bereit.

ein übereinstimmendes gefühl spürte sie, als sie des weiteren morgens aufwachte. sie verspürte die emotion, die räume in denen sie lebte und arbeitete durch die kräuter die sie die tage zuvor sammelte zu reinigen und den fluss des chi welches die räume durchdrängte mit dem ozean  verbinden. darin zu baden . das feuer und das holz wie auch kräuter und grünes gehören zusammen  und das räuchern selbst, ist eine alte weisheit, eine endlose reise und ein abenteuer, in dem die sinne und die sinnlichkeit dem menschen von der naturapotheke ohne aufpreis angeboten werden . sie jagte auch nach blüten  und blumen und die auslese des letzten jahres war auch noch da. in der nacht vom 6 auf den 7 träumte sie, dass die tochter eines der klienten mit denen sie die körpertherapie machte geboren wurde und um das kind zu segnen bereitete sie noch eine willkommensmischung, die sie ihm an dem tag weiter geben werde, an dem er den nächsten termin wahrnehmen konnte.

bartek, ihr sohn und mitbewohner zur selben zeit, plante wie jedes jahr zur ferienzeit, für einige wochen seinen opa in polen besuchen zu wollen . der fahrer  rief ann am nachmittag auf dem mobiltelefon an um ihr mitzuteilen, dass bartek am mittwoch gegen neun uhr vor der haustür stehen möge, damit sie auch gleich weiter fahren können. solche fahrt dauert oft viele stunden und ist für die insassen ermüdend . meistens sitzt man dort in reihen zu dritt oder viert in der länge und es gibt wenig pausen.  die fahrt nach bielawa, der geburtsstadt der beiden, dauerte in etwa acht bis neun stunden. der fahrer sammelte die menschen von überall her in deutschland auf. meistens waren es saisonarbeiter oder pflegekräfte, aber auch leute die hier wohnten und für den weg zurück in die heimat für einfache  gelegenheit hielten jedoch auch den praktischen nützen eines sammeltransportes zu schätzen wussten.  da bartek seit tagen bei freunden nächtigte, übermittelte ann ihm diese nachricht durch den massenger, einem im telefon integrierten teil, welcher wie der name schon andeutet für die massen entworfen wurde, um ihnen angeblich die kommunikationswege zu erleichtern. ann war skeptisch  was das anging und benutzte das ding nur in seltensten fällen. klugerweise schlief er die dunkle zeit davor nicht um bei der fahrt etwas schlummern zu können. „du hast deinen eigenen rhytmus“, sagte ann als es schon hell wurde. bartek packte noch die sachen, verabschiedete sich von den katzen und auch etwas traurigkeit dürfte aus den untiefen seiner seele sich etwas entladen. ann fand ihn in seinem zimmer auf dem bett mit dem gesicht zur decke hin und als sie ihn fragte was ihn jetzt bewegt, sagte er dass er traurig sei wegen der katzen, weil er sie nicht mehr sehen wird als er wieder kommt. die traurigkeit spürte auch ann. zeit für gefühle. sie war froh ein zeuge sein zu können. ein befreiendes gefühl welches auch seine nase frei machte. alsbald gingen sie heraus. ein roter van und um ihn rum ein haufen menschen die die pause dazu nutzten um sich eine kippe in den mund zu stecken.  na dann mal prost, dachte sich ann. gute reise.

bartek, das war ein typ, der sowieso fast pausenlos vor den bildschirmen der monströs energieverbrauchenden geräten herumhing. auch wenn ann als mutter, das nicht schmeckte, wusste sie sich nicht anders helfen zu können, als ihn damit so stehen zu lassen und seit der aktion mit dem fernseher,  welchen sie eines tages aus dem leben der beiden entsorgte, was  bartek kurzweilig in ein schockzustand versetzte, mochte sie sich nicht weniger in die angelegenheiten seiner aktivitäten einmischen als es ihr lieb gewesen ist. er wusste selbst was er war, zu mindest hatte ann im laufe der jahre solch einen eindruck von ihm. dieser wanderte jedoch stets, so wie die wolken am horizont in alle richtungen zeigen. die richtung der wahrnehmung wechselte die socken seltener als des frosch der mit dem gesang um ein weibchen wirbt. seine kehle weitete sich, wurde länger und auch weicher. ihr geruch war oft so süss und intensiv wie der der lilie und die nuancen kaum spürbar.

er war nicht dumm, denn dummheit war in unserer kultur „verboten“. wobei es kam auch ganz selten vor, dass man sie dazu einlud auch dabei sein zu dürfen, aus mitgefühl, denn sonst war sie auch in der lage derart zu quaken, dass die nervenbahnen zu sprengen begannen und das war genau das, was sie unbedingt wollte, jedoch nie wurde ann klar was das dumm sein eigentlich sein sollte. weder konnte sie sie riechen, noch schmecken, auch nicht sehen und berühren, vom hören und sagen muss das doch wieder eines der geerbten sittlichkeiten sein, eine andere erklärung leuchtete ihr nicht ein. eine alte redensart meint, „der apfel fällt nicht weit vom stamm“ und ann konnte auch darin gewisse parallelen erkennen die eine ähnlichkeit reflektierten die ihr bereits bekannt war , jedoch dem text ganz zustimmen wäre nicht fair. langweilig war das hier noch nie, sagte sie, und wenn, dann war die langeweile stets ein willkommener gast. jemanden von etwas zu überzeugen was einem selber gut tut ist oft nicht einfach, denn nicht immer das was für mich gut ist, muss für den anderen zwangsläufig genauso schön erscheinen. wahrscheinlich war die zeit einfach nicht reif und die maxime „leben und leben lassen“ bewährte sich. warten und geduld waren disziplinen die das ereignis abrundeten.

um das ereignis zu feiern dachte sich an, es wäre jetzt ein guter zeitpunkt für eine kleine zeremonielle kunst. die stimmlage der sonne, die an dem tag doch sehr launisch war, in einen schmetterling zu verzaubern. als wir die sonne fragten weshalb sie nicht gut drauf sei antwortete sie „wie ich nicht geweckt wurde“. der hahn, er krähte heute nicht, da er mit dem trösten seiner freundin beschäftigt war, daher wurde die sonne vergessen und der wind trug die wolken vom oben nach unten herauf. die wolke war sogar so froh, dass die krähe nicht einmal einer leiter bedürfte um auf sie klettern zu können. eine aufmerksamkeit traumhafter umstände. in der nacht vor dem zeremoniellen abschied, sehnte sie sich zunehmend nach dem mann von dem  sie träumte. wieder sah sie ihn in seiner gestalt.  in gedanken rief sie auch seinen namen und schlief dann ein. fühlen konnte sie ihn oft, auch wenn die räumliche distanz relativ weit war. ihr lieblingsmensch. so nannte sie ihn.
später erinnerte sie noch die reste des traumes, das sie von der anderen seite mit in das hier und jetzt erinnern konnte. sie hielt seine hand oder er ihre und sie sah sich in einem knielangem kleid , welches die kurven ihres körpers glättete und so die shilouette  sichtbar machte. sie wirkte sehr glücklich und gelassen. sie tanzten auf einem parket aus holz und im hintergrund sang jemand den sie kannte livemusik zur wohlklingenden rhytmen, einen song, den sie nicht kannte. der, der gesungen hat, kam auf die zwei menschen zu . es war ein bekannter. dann riss der film ab und ab hier fühlte sie nur noch wie gut sich der anblick, der ihr im traum erschienenen frau, die ann ähnlich sein konnte und die dieses sommerliche kleid an hatte, anfühlt. es überraschte sie, denn ann trug für gewöhnlich keine kleider. nicht weil sie es nicht mochte. wahrscheinlich jedoch deshalb weil sie keine so große aufmerksamkeit erwartete wie die anderen dachten sie würde dies tun. sie fühlte sich einfach aus der älteren erfahrung heraus damit nicht wohl, wenn andere wesen auf sie „böse blicke“ richteten. nicht von allen mochte sie angeschaut werden. einige von ihnen, haben oft unterschiedliche art von gefühlen in ihr ausgelöst. vom beschämt sein bis durch sie hindurchleuchtend und manche schauten sie gierig, auf eine art an, die sie buchstäblich nackt machten. das mochte sie nicht.  scheinbar fühlte sie sich in solchen momenten ohne kleider schutzlos. seltsam. woher konnte das gefühl gekommen sein. von erziehung, der sittlichkeiten des landes und der kultur in dem ann gerade zur gast war, vielleicht von früher. ann mochte in das thema nicht mehr tiefer einsteigen als bis knöchelhoch um die umstände ihrer vermutungen zu klären. es muss nicht immer alles ge- und erklärt, gewusst und geantwortet werden. nicht zu wissen war insofern wie das im ozean der nacht tiefe blau welches mit tara eine ähnlichkeit hatte.

tara war ein stern, das von der sonne angereichert die kraft und die energie mit ann teilte, die sie dazu nutzte, in die weltliteratur die nase versenken lassen zu wollen. es gab nichts mehr zu tun. nichts. null. nothing.  jetzt war zeit sich hinzugeben und wahrnehmungen sowie beobachtungen nach lust und freude in veredelte formen der sprache zu wandeln, so das daraus sinnfrei gespinnte fäden des zaubers und der magie der welten an sich  ein kreis bildeten .
irgendwie wurde ihr das auch immer wieder bewusst, wie schön das ist, die sprachenvielfalt dazu zu benutzen um mitmenschliche verflechtungen wahrnehmen und deuten zu können. sie fühlte die energie vieler nicht als die eigene und sie ging mit der energie der sinnhaftigkeit und der neugierde, der freude und der magnetisch anziehenden gelegenheiten in denen das universum ihr die magie der vielfältigkeit offenbarte, manchmal mit. von einem schritt in den nächsten raum erfuhr sie so die anderen in verschiedenen gestalten, jedoch das jeweilige gefühl welches sie emotional bereits mit den menschen verbunden hat, blieb immer gleich. ann genoss die augenblicke, als sie die wahrnehmungsräume betrat, die das universum für sie öffnete. die momente der im alltag erlebten szenen, waren wie die kulisse selbst und am liebsten, hätte sie die darin gefühlten erinnerungen gerne alle notieren wollen, festgehalten, als materie gebunden und fixiert, dies wurde jedoch nicht immer notwendig, denn das erinnerungsbewusstsein zeigte sich ann auch dann, wenn sie keinen bleistift zur hand hatte. ihr gedächtnis war dem elefenten ähnlich und dies war kein klischee sondern ein wohlwollender geschenk ihrer familie mit der sie die verbindung sehr gerne beschützte.

die zeit, ein licht. ann liebte ihre anwesenheit. sie wusste nicht warum und wichtig war es auch nicht, jedoch dachte sie sich, dass dies auch bereits aus einer vorausschauenden fusion mitgebrachte erfahrung sei. sie mochte ihre anwesenheit.

ann zäumte die pferde oft von hinten an und machte die dinge andersherum als all die anderen die sie kannte. selber fühlte sie sich ganz normal, jedoch je mehr sie den anderen das absolute gehör schenkte , desto feinere nuancen der frequenzen eines harmonisch gestimmten oder verwirrter körper fielen ihr auf . die körperform oder die länge des fusses waren anders. der eine sprach lauter, der andere leiser. manch eine hatte hohe wangenknochen und wiederum andere köpfe längere nasen. all die merkmale die uns menschen im detail doch irgendwo für die anderen und ihr empfinden als objekte aber auch gleichzeitig subjekte vollkommen gleich darstellen. wie eine weinbergschnecke die ihr gehäuse immer dabei hat, bewohnen die menschen ihre häuser  wohl selten allein. den körper. und da der mensch vom mensch als mensch benannt sich weder um das wohl der schnecken noch für das eigene befinden zeit nahm, wunderte ann auch nicht weshalb die lebensqualität der menschen in bestimmten regionen der erde maskenlose charaktere beherbergte.

über die vielen hecken und zäune wunderte sich ann immer wieder. den humor entdeckte sie darin jedoch bis heute nicht. ob das ein scherz ist was sich die leute ausdachten oder welche emotionale gründe sie dazu veranlasst haben. viele von ihnen konnte man in einem zirkus treffen in dem sie mit ihren kindern in reihen den auf gehorsam trainierten tieren hinterherklatschten als ob dies das ganz normale verhalten sei. dies raubte ann jeglichen verstand.

viele der hände die sie berührte waren so kräftig und der druck der dieser mensch in seinem inneren empfinden muss, machte sich schon allein an dieser so kleiner freundschaftlichen geste stark bemerkbar. jedoch nicht alle hände die ann berührten waren dieser natur. es gab hände die sich warm und weich anfühlten. und es gab hände die feucht und klebrig waren. die energie war noch undeutlich. ann ging die strasse weiter hoch um in den vielen kleinen gassen der wohnhäuser in denen die bewohner des dorfes in dem ann lebte an dem sonntag  eine versorgungsstation aufbauten und dem anderen von a bis z dinge anboten die sie selber nicht mehr nutzen. ein blaues lederbeutel erregte ihre aufmerksamkeit und ein buch welches von fremden kulturen berichtete. „afrikanissimo – ein heiter sinnliches lesebuch – „hies der tietel der überschrift auf dem cover des romanähnlichem manuskriptes. sie nahm es mit und ging weiter zum königsberg. am königsberg entdeckte sie einen garten der unterschiedlich und bunt angelegte pflanzenkulturen zum inhalt hatte. die farbenvielfalt beeindruckte ann und auch sogleich steckte sie ihre nase in die gelbe blüte einer staude, dessen namen sie nicht mehr wusste. ein duft den sie sehr mochte. vielleicht war dies eine stundenblume, denn die nachbarin von ann ihr beim frühstück schöne stunden wünschte. vielleicht stimmt das wirklich das liebe durch den magen geht, dachte sich ann, erneut der eingebildeten verbindung nachfühlend. sie war frei und freiheit war etwas für was sie noch keine definition erfunden hat, und sollte ihr eine solche zufallen, wäre sie ganz bestimmt bereit an ihr teil haben zu mögen oder vielleicht auch nicht. wie wäre die welt ohne worte und buchstaben, bestimmt hätte der mensch von der kreativität  praktische hinweise bekommen die ihm das zurückgaben was in ihm bereits verschüttet lag, ein schatz welcher entdeckt dem universum als ganzes die sandkörner aus den augen hätte weg wischen können und plötzlich wäre alles nur noch so klar wie jene tage an denen der nebel am morgentau zum stillstand kommt und das echo der geborgenheit unter der zunge und zwischen den zehen hörbar wird …

 

 

 

herzlich willkommen