Farbe als eines der kraftvollsten Elemente der Natur nutzen: Weiss

art und werk: symbolische und psychologische Bedeutung und Anwendung der Farben, Weiss

Die Farbe Weiss: ihre symbolische Bedeutung und Anwendungsmöglichkeiten

Farbe als eines der kraftvollsten Elemente der Natur nutzen. Überall kommt sie vor; auf Schritt und Tritt macht Sie uns auf sich aufmerksam. Intuitiv spüren wir sie, Ihre Botschaft erreicht unsere Sinne und hinterlässt Spuren, unser Gemüt berührend.
Menschen reagieren intuitiv auf Farben: Sehen wir einen schön gefärbten Stoff, möchten wir ihn im nächsten Moment in die Hand nehmen; das köstliche Rot reifer Erdbeeren aktiviert unsere Geschmacksknospen; bestimmte Töne einer Landschaft lassen in uns Kindheitserinnerungen wach werden. Wir sehen Farben nicht nur – wir erleben sie.

Weiss ist die hellste Farbe, die man nicht nur in der Raumgestaltung gut einsetzen kann. Sie bringt Frische und Licht in unsere Umgebung und verträgt sich mit fast allen anderen Tönen. Das Weiss scheint dort aufzutauchen, wo Wörter überwuchern, Wortlosigkeit breitet sich gerade dort aus, wo die Wortflut anschwillt.

Vom Weiß spricht man gern als Summe aller Farben und meint damit, dass alles Positive der Farben im Weiß zusammenfällt. Diese Vorstellung geht auf die Arbeit des Naturforschers Isaac Newton zurück: Er legte 1672 dar, dass „weißes Licht“ in ein Spektrum von sieben „Spektralfarben“ zerlegbar ist, also umgekehrt deren gemeinsames Ganzes darstellt. Das Weiß von Unschuld, Neubeginn und Reinheit bezeichnet auch den höchsten Grad der Vollkommenheit: Was weiß ist, braucht keine Ergänzungen mehr.
In der Kulturgeschichte wiegt die Zeit am Beginn des 19. Jahrhunderts besonders, da man in Kunst, Architektur, Mode, in der bürgerlichen Lebensführung allgemein die Antike und deren Weiß, das ohne jedes Dekor auskommt, als Ideal betrachtete. Der Reinheit des Äußeren entspricht der Reife von Geist und Seele. Weiß wurde damals europaweit Mode.

Tugenden von Unschuld und Neuanfang, mit der weißen Fahne die Friedensabsicht, leichte Sommerlichkeit, Vernunft, Veredelung und auch – besonders bei der Wohnumgebung – die Bündelung von Farbigkeit stecken im Weiß und möchten   so die menschliche Wahrnehmung berühren.
Weiss wirkt strahlend, aufmunternd und friedlich.

Weiss verweist auf Unschuld, Erhabenheit, spirituelle Reinheit und Weisheit, Tugend, Vollkommenheit und Mitgefühl, Verlässlichkeit, Aufrichtigkeit und Wahrheitsliebe.

Weiss ist sachlich und klar.

Weiss zeigt die Bereitschaft für Veränderung und eigene Vervollkommnung und steht auch für Spiritualität, die Verbundenheit und der Fähigkeit mit der Energie der Engel in Kontakt zu sein.

Bewusste Wahrnehmung der Farben kann uns fähig machen, gewisse Bewegungen unserer Zeit als archetypische Strömungen zu erkennen und zu interpretieren.
Farben sind reale Kräfte, „Taten des Lichts…“ wie Goethe sagt. Wo mich eine bestimmte Farbe fasziniert, bin ich zugleich von dem hinter ihr stehenden Archetypus ergriffen. Wenn ich mich zum Beispiel, an die Farben in einem Traum erinnere, heisst das vielleicht zugleich, dass diese Farbe mich emotional, physisch und psychisch mit seiner Botschaft in meinem Alltag Unterstützung gibt und mir als „Kraftfarbe“ immer mehr zur Handlungsweisen verhilft die meinem Wohl dienlich sind.
Im Alltag nehmen wir die Farben bewusster wahr, wenn uns diese Farbe etwas bedeutet so bilden sie auch meist den Schlüssel zum emotionalem Verständnis des ganzen Traums, zum benennen der Quelle dessen, wovon wir ergriffen sind, was uns derzeit beschäftigt oder wichtig ist.

Der Vogelmann-Findling stammt von der Osterinsel Rapa Nui. Foto: © Trustees of the British Museum

Zur Ursprungssysmbolik des Weiss gehört das Ei als Symbol der Potenzialität. In seiner einfachen Form ist es zugleich Vollkommenheitssymbol. Das weisse Weltenei im Sinnbild der schöpferischer Kräfte. Die Alchemie kennt ein philosophisches Ei, aus dem der Stein der Weisen ausgebrütet wird.
Die Milch als gehaltvollstes Nahrungsmitel gibt seelische und geistige Nahrung, letztlich Unsterblichkeit. In der Antike spielte die Milch eine Rolle bei der Einweihung in die Mysterien; Die Milch wird oft mit dem Mond im Zusammenhang gebracht, dem weiblichen Gestirn mit der milchweissen Farbe.

Als Farbe des Anfangs wird weiss auch die Farbe der Initiation angesehen. Die frühe Phase, die „alte Existenz“ dadurch gelöscht, eine neue, noch unbestimmbare beginnt. Eliade bezeichnet Weiss als „die Farbe der ersten Phase der Initiation, als Kampf gegen den Tod“. Auch als Farbe der Sündenvergebung, die die Bibel gegen das Rot der Schuld setzt, ist Weiss eine Farbe des Neubeginns. Als Farbe des Endes, die alles Bunte des gebrochenen Lichts wieder zurücknimmt, ist Weiss die Farbe der Todesriten. In Afrika malen Trauernde ihre Gesichter Weiss. Weiss als Trauerfarbe in Asien, bei den Völkern des Mittelmeeres und in slawischen Bereich drückt die Zurücknahme aller individuellen Lebensfarbe ins Licht der Einheit. Doch das Weiss, so zeigt eine russische Ikone aus dem 16 Jahrhundert, ist auch das Licht, das die Unterwelt durchbricht (…)

Ein zentrales Symbol der Farbe Weiss ist das Salz, es war uns lebenswichtig und hatte insbesondere in Zeiten und Orten, wo es schwer zu bekommen war, einen hohen Wert. In einem Märchen sagt die jüngste Tochter zu ihrem Vater, sie habe ihn „lieb wie das Salz“. Man schreibt dem Salz Unheil abwehrende Lebenskraft zu. Mit seiner Kraft zu Würzen, Reinigen und konservieren, seinem transparentem aussehen und seiner Unverwüstlichkeit wurde es Sinnbild für moralische und spirituelle Kräfte. In Japan wird das Salz rituell als Symbol innerer Reinigung gebraucht, indem man es auf Türschwellen und Brunnenränder streicht. Die Reinheit und Vollkommenheit des Weiss wird durch weisse blumen und Steine symbolisiert. Unter den weissen Blumen ist vor allem die Lilie ein Symbolträger geworden. Der Lotos, der neben den weissen auch eine blaue und rote Blüte kennt, ist ebenfalls Lichtsymbol. Im Buddhismus ist Lotos ein wichtiges Meditationsmotiv, das viele Mandala Bilder zeigen.
Unter den weissen Edelsteinen haben vor allem Kristall und Diamant Symboldeutungen auf sich gezogen. In seiner Reinheit und Klarheit gilt der Kristall als Symbol des Geistes. Als Vereinigung der Durchsichtigkeit und Lichtdurchlässigkeit des Geistes mit der harten Materie galt der Kristall als Symbol der Jungfrauengeburt. Der Diamant stellt gleichsam eine Steigerung des Kristall dar. In seiner absoluten Reinheit und Unwandelbarkeit schreibt man ihm Heil- und Bannkräfte zu. In Indien verkörpert er als „Diamantkörper“ Unsterblichkeit.

Weiß symbolisiert: Licht, Glaube, das Ideale, das Gute, der Anfang, das Neue, Sauberkeit, Unschuld, Bescheidenheit, Wahrheit, die Neutralität, die Klugheit, die Wissenschaft, die Genauigkeit.

Weizen gab Weiß seinen Namen. Im Englischen „white“ und „wheat“, im Schwedischen „vit“ und „vete“. In anderen Sprachen ist Weiß mit dem Glänzen des Lichtes verwandt. „Bianco“ auf Italienisch, „Blanc“ im Französischen. „Leukos“ im Griechischen heißt Leuchten.

Weiße Tiere werden als Gott nahe Lebewesen betrachtet. Zeus erschien Europa als weißer Stier, der Heilige Geist zeigte sich als weiße Taube, Christus ist das weiße Lamm. In Indien sind weiße Rinder die Verkörperung des Lichtes. In China sind Reiher und Ibis, heilige Vögel der Unsterblichkeit. Daher wurde die Farbe der Götter auch Farbe der Priester. Weiß ist die liturgische Farbe der höchsten Festtage in der katholischen Kirche. Der Papst trägt als Ranghöchster immer Weiß.

In Ägypten war Weiß die Farbe der Freude und des Glücks. Es ist ein Kind der weißen Henne, sagen die Römer über jemanden, der immer Glück hat. Weiß ist die Farbe der Unschuld. Das weiße Opferlamm, als Symbolbild Christi. Die weiße Lilie heißt Madonnenlilie, als Symbol der unbefleckten Empfängnis Marias.

Die Farbe Weiß verbinden wir Menschen mit purer Reinheit, Licht und strahlendem Schnee. In der Magie kommt diese Farbe bei Ritualen zum Einsatz, welche spirituelle Erleuchtung, Reinigung, Hellsehen, Heilung und Wahrheitsfindung zum Ziel haben. Weiß stellt die Ausgewogenheit aller Farben dar und kann für jede andere Farbe eingesetzt werden, da ihr Lichtspektrum nahezu alle Farben enthält. (Quelle: www.hexenpfad.de)

Eskimos verwenden ca. 200 verschiedene Namen für die Farbe Weiß, je nach Farbton und Beschaffenheit ihrer weißen Umwelt. Die deutsche Sprache kennt so unterschiedliche Bezeichnungen wie: brillantweiß, käseweiß, kreidebleich, schlohweiß, schneeweiß, titanweiß, albino und viele viele mehr. Hinzukommt, dass ein und derselbe Farbton immer wieder anders wirkt, je nach Umfeld.

Weiss, die Farbe des Anfangs

Während Schwarz als die Farbe der Verneinung gilt, ist umgekehrt Weiss die Farbe der bejahung, der absoluten Freiheit. Mit Weiss verbindet man licht, Helligkeit und Sonne, Schnee und Sand.
die Farbe der Initiation ist Weiss in den Kleidern, die bei der Taufe, Hochzeit, Kommunion getragen werden, auch als Trauerkleidung in Afrika und Asien. In dem letztgenannten Zusammenhang gilt Weiss als die Farbe des Endes, häufiger jedoch wird es als Farbe des Anfangs gesehen.

Im weissen Ei drückt sich am deutlichsten das Symbol der potentialität und gleichzeitig der Vollkommenheit des Weiss aus.
Weiss ist einerseits die Farbe der Helle, der ungebrochenen Lichtfülle, der Unberührtheit und Unschuld, anderseits kann es als „unbunte“ farbe Mangel bedeuten, Leere, Einsamkeit und Unglück.
Im Christentum symbolisieren weisse Blumen, insbesondere die Lilie, die Reinheit und vollkommenheit des Weiss. es ist hier die Farbe der Offenbarung und göttlichen Herrlichkeit. Im Hinduismus gilt Weiss als Farbe der Erleuchtung und des reinen Bewusstseins, den Indianern schließlich bedeutet weiss alles Heilige.

Sie steht für den Winter, für Eis und Schnee, sie gibt uns Kraft bei der Lösung unserer Probleme und wirkt unheimlich beruhigend: die Farbe Weiß.

Reinheit, Frische, Unschuld – die Farbe Weiß weckt viele Assoziationen in uns.

Doch Weiß ist noch so viel mehr als eine Farbe das alles Sichtbare hervorbringt. Sie festigt uns innerlich und befreit uns von störenden Mustern. Die Kraft und Bedeutung der Farbe Weiß ist vielschichtig.

Psychische Wirkungen

Hier wird Weiss auf „Enthemmung und Enthemmbarkeit, Öffnung und Offenheit“ bezogen. Die bevorzugte Wahl von Weiss kann auch eine Abschirmung nach innen darstellen, in der eine innere Labilität verdeckt wird. Indirekt, im Bezug auf seine Gegenpoligkeit zu Schwarz, äussert sich auch Löscher zu Weiss: „Schwarz ist die Verneinung gegenüber der Bejahung, die im Weiss als absoluter Freiheit (daher Makellosigkeit) ihre höchste Steigerung erreicht.“
Für den Maler Kandinsky ist Weiss „Symbol einer Welt, wo alle Farben, alle malerischen Eigenschaften und Substanzen verschwunden sind. Diese Welt ist so hoch über uns, dass wir keinen Klang von dort hören können. Es kommt ein grosses Schweigen von dort, welches, materiell dargestellt, wie eine unübersteigliche, unzerstörbare, ins unendliche gehende kalte Mauer  und vorkommt. Deshalb wirkt auch das Weiss auf unsere Psyche als ein grosses Schweigen, welches für uns absolut ist.“
Nach Heimendzahl ist Weiß „die unbeschriebene, allen Wirkungen offene, ungerichtete, in keinen Dienst gestellte Farbe, die kein Gesicht zeigt, aber dafür bereit ist, sich allem hinzugeben und keine Macht zu beanspruchen“. Für Jacobi unterstreicht Weiss einerseits alles Helle und verkörpert somit Reines, Gutes, Unschuld – auch im Sinne des „unbeschriebenen Blattes“ – anderseits kann es als umbunte Farbe „Mangel des Lebens, Mangel des Gefühls, Leere, Trostlosigkeit, Einsamkeit und Unglück ausdrücken“. Weiss gilt ihr als „Summe aller Farben“, als deren Anfang und Ende zugleich.

Urerfahrung

Weiss verdankt seine positive psychische Wirkung dem Blick ins Helle, ins Licht. Die ungebrochene Fülle des Lichts – das weisse Licht – ist dem Auge jedoch kaum erträglich. So spricht man auch vom „weissen Licht der Gottheit“. Die weisse Farbe hat auch in den Religionen eine zentrale Stellung, in denen das Licht von Bedeutung ist. Die Lichtfülle verleiht dem Weiss auch seinen freudigfestlichen Charakter.
Vom anblick weisser Schneeflächen oder weisser Wände leitet sich der negative Aspekt des Weiss her, Umbuntheit und Leere. Eine andere Bedeutung des Weiss mag von der Urerfahrung des noch Unbestrittenen, zum Beispiel einer frischen Schneefläche, oder des noch Unbeschriebenen, eines leeren Blattes Papier, oder des noch Unberührten, einer frisch aufgeblühten weissen Blume, herrühren. Die sogenannte Milchstraße am nächtlichen Himmel hat ihre eigene Symbolik als Verbindungsweg zur Transzendenz. Bei den Germanen und im Orient gilt sie als „Weg der Seele nach dem Tod“, in Japan, Indien und Ägypten als „Fluss, an dessen Ufer die Götter wohnen“. Für die Indianer ist die Milchstrasse „die weisse Schlange“.

Weiss in Volksbrauch und Aberglauben

Der Lichtcharakter der Farbe legt ihre Verwendung als Zauberfarbe nahe. In der Volkstümlichen Heilmagie dient sie reinigenden Zwecken, zum Beispiel bei Augenkrankheiten. Die weissblühende Wegwarte verwendete man zum Blutstillen, den Antagonismus der Farben Weiss und Rot nutzend.
Im Fruchtbarkeitszauber wird weiss oft verwendet; darum sät der Bauer in Baden und im Erzgebirge aus einem weissen Tuch. Weisse Kleidung trägt man beim Tanz um den Johannisbaum. Drei „weisse Gaben“, Mehl, Milch und Eier, lassen Wünsche in Erfüllung gehen. In dem Grimmschen Märchen von der weissen Schlange wird der Volksglaube überliefert, daß derjenige, der von einer weissen Schlange ist, alles Sprachen der Tiere verstehen lerne und sogar die Gabe der Weissagung erhalte. Mit Hilfe eines weissen Tuches kann man die Krone des Otter-Königs erwerben.
Als zauberkräftige Farbe spielt Weiss im Hexenglauben eine Rolle. Es wird berichtet, dass die Hexen sich beim Hexensabat auf der Bratteler Matte mit weissen Hanfstengeln berühren. Bei ihren Zusammenkünften in den Avoser Bergen erscheinen sie gar als weisse Ziegen. Weiss wird vor allem als Abwehr gegen Verhexung gebraucht. Weisse Steine, als Amulett um den Hals getragen, gelten in Syrien als Schutz gegen den bösen Blick.
Der Lichtfarbe Weiss schreibt man auch abwehrende Kraft gegen Epidemien zu, so trug man bei Gefahr weisse Fahnen. Besonders starken Schutz verleihen weisse Gewänder (…) Weit verbreitet ist die weisse Farbe im Totenkult. Sie schützte den Toten vor bösen Einflüssen, aber auch die lebenden vor den Toten. Auf der Insel Bank wird die Leiche in sieben weisse Tücher gehüllt, bevor sie bestattet wird. Weisse Trauerfarbe ist ebenso üblich in Vorderindien, in Borneo, Java, Annam, China und bei einigen Indianerstämmen … Weisse Tiere wie Schwalben, Schmetterlinge, Hunde, Katzen, Mäuse, Spinnen und Pferde können Todesboten sein. Ein weisser Rabe kann aber auch ein Heilmittel gegen die Pest verraten. Denn weisse Tiere können umgekehrt auch Glück bringen.

Archetypen

Weiss ist die Farbe der großen Lichtgottheiten. Aus der Wurzel „div“, leuchten, hat sich im Indogermanischen überhaupt der Begriff „Divinium“, das Göttliche, entwickelt. Weiss ist die liturgische Farbe von Ostern, Weihnachten, Epiphanias und Himmelfahrt.

Nach Hieronymus ist Weis „die Farbe, die nichts von Sterblichkeit an sich trägt.“ Im Christentum erscheint wie wir schon erwähnten, Gott selbst in weissem Gewand auf weissem Thron, leuchtend. Weiss ist neben Gold die Farbe des ungetrübten Lichtes.

Die Wirkung von Weiß nach Feng-Shui

Laut Feng-Shui lässt die Farbe Weiß den Gedanken einerseits viel Raum zur freien Entfaltung, andererseits kann diese Sie aber davon abhalten, eine feste Meinung zu vertreten.

Aus diesem Grund sollten Sie nicht allzu viel Weiß in Ihre vier Wände bringen – oder lieber in Kombination mit oder in Ergänzung zu bunteren Farben. In fernöstlichen Kulturen wird die Farbe Weiß nur selten verwendet, weil sie Trauer und Tod symbolisiert.

Wohingegen sie in westlichen Kulturen für Reinheit, Klarheit und Offenheit steht.

Weiße Edelsteine

Edelsteine sind nicht nur schön, selten und beständig, man sagt ihnen auch eine heilende Wirkung nach. Weiße Edelsteine haben eine besonders positive Wirkung auf das Nervensystem, sie klären den Geist und lösen bestehende Blockaden.

• Der Baumachat unterstützt Blase und Nieren bei ihrer Arbeit, wirkt zudem beruhigend auf das Nervensystem. Er macht sensibler und feinfühliger im Umgang mit Kindern.

• Der Bergkristall hilft bei Kopf-, Rücken- und Gliederschmerzen. Er klärt den Geist, löst Denk- und Energieblockaden.

• Der Diamant macht durchsetzungsstark, hilft, die eigenen Interessen durchzusetzen. Er fördert selbstständiges, strukturiertes Denken und sorgt für mehr Wohlbefinden.

Weiß als Chakrafarbe

In unserem Körper befinden sich sieben Hauptchakren: Wurzel-, Sakral-, Solarplexus-, Herz-, Hals-, Stirn- und Kronenchakra.

Die Farbe Weiß ist dem Kronenchakra zugeordnet, welches sich genau über dem Scheitel des Kopfes befindet. Seine Aufgabe ist es, Körper und Seele miteinander zu verbinden und in Einklang zu bringen, genauso wie das Menschliche und das Göttliche.

Es hilft, sich weiterzuentwickeln, das eigene Bewusstsein zu stärken und alles Spirituelle in sein Leben zulassen. Auf diese Weise gelangt man zu innerer Stabilität.

Durch spezielle Atemtechniken, aber auch Meditation und beruhigende Stille wird das Kronen-Chakra geöffnet. Auf besondere Weise unterstützt wird es durch Edelsteine wie den Bergkristall oder Diamanten.

Eine Meditation (Element Erde)

Mach die Augen zu und stell dir vor, du bist in einem wunderschönen Garten. Sieh die Blumen, mit ihren vielen Farben…, rieche an ihnen… Hör die Vögel pfeifen…
Spaziere in diesem schönen Garten herum…

Vielleicht hat es Fruchtbäume oder reife Beeren…
Wenn du willst, kannst du eine reife Frucht oder Beeren pflücken und dich an einen schönen Ort hinsetzen, um sie zu essen… Während du sie isst, schaue diese schöne Natur an, die alles, was wir zum Leben brauchen, wachsen lässt…

Fühle deine Verbundenheit zu dieser nährenden Erde, der Mutter Erde…
Stell dir vor, dass von deinem Steissbein aus ein Strahl von Aufmerksamkeit tief in die Erde hinein geht. Und komm in Kontakt mit der Erde, mit dem Element Erde. Zum Element Erde gehören die Meridiane und Organe Magen und Milz, abgekürzt Magen Ma, Milz Mi – Mami. Es ist unsere Mutter Erde. Mutter Erde, die alles zum Blühen bringt, Früchte, Getreide, Gras für die Tiere, unsere Nahrung, alles, was uns am Leben erhält. Mutter Erde, die nährende Mutter.

Stelle dir jetzt vor, dass du wie mit einer Nabelschnur von deinem Steissbein aus mit der Erde verbunden bist… Spür wie du nährende Energie durch diese Nabelschnur aufnimmst und vom Steissbein aus hinaufsteigen lässt,… ins Kreuzbein,… in die Lendenwirbel… Wirbel für Wirbel hinaufführst… Atme diese nährende Energie der Mutter Erde ein… Es hat genug, genug für alle, es hat im Überfluss… Lass sie hinaufsteigen durch dein ganzes Rückgrat…, Wirbel für Wirbel…,

durch deine Lendenwirbel…, Wirbel für Wirbel…, deine Brustwirbel…, Wirbel für Wirbel…,
deine Halswirbel, Wirbel für Wirbel…,
hinauf bis zum Kopf… bis zum Kronenchakra und

von dort aus bis zur Quelle aller Elemente, zur Quelle jetzt des Elementes Erde, zur Quelle der universellen mütterlichen Liebe, zur Quelle der göttlichen Liebe. Verbinde dich mit ihr, spür, wie du dich mit dieser universellen Liebe verbindest…

und bring sie in der Form von Licht wieder zurück in den Körper, durch das Kronenchakra, die ganze Wirbelsäule hinunter bis zum Steissbein…
Und spüre wie du verbunden bist zwischen Himmel und Erde…, spür wie du ein Teil des grossen Ganzen bist…, wie du eins bist…

Bring das Licht jetzt in den Magen… und halt auch deine Hand auf den Magen… Und lass den ganzen Magen sich füllen mit diesem beseelten Licht, sich füllen mit der Mitteilung einer guten Mutter, die dir sagt: „Schön, dass du da bist. Schön, dass du jetzt zu uns gehörst.“ Und lass jede Zelle deines Magens sich füllen mit dieser Botschaft: „Ich bin geliebt, ich bin geborgen, ich gehöre dazu, ich bin eins.“

Bring jetzt das Licht in deine Milz. Und fülle deine ganze Milz mit diesem beseelten Licht und der Botschaft der guten Mutter: „Ich habe dich gern, schön dass du da bist, schön dass du jetzt bei uns bist.“ Lass jede Zelle sich füllen mit dieser Nahrung, sich füllen mit dieser universellen Liebe, sich füllen mit dieser Botschaft: „Du bist geliebt, du bist geborgen, du gehörst dazu, du bist eins….“

Führe das Licht jetzt in deine Bauchspeicheldrüse, fülle jede Zelle mit dem Wissen: „Ich bin geliebt, ich bin geborgen“.

Und atme nun diese mütterlichen Qualitäten in deinen ganzen Körper, spüre sie… und nimm sie auf: „Ich bin geliebt…, ich bin zu Hause… Ich bin ok, genau so wie ich bin…“

Du kennst vielleicht den Satz aus der Bibel „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ und dieser heisst ja nicht: „Liebe deinen Nächsten statt dir selbst“. Wenn ich mich selber liebe, schaue, dass es mir gut geht, um das bitte, was ich möchte, wenn ich meinen eigenen Krug mit Liebe fülle, dann kann ich daraus auch ausgiessen, dann kann ich auch Mitgefühl den anderen gegenüber zeigen, voll Sympathie auf andere zugehen, bin warm, mütterlich, kann geben, aber auch annehmen.

Und lass mit jedem Atemzug diese Qualitäten mehr werden.

Anna Mastalerz, Praxis für Körpertherapie und Berührt Sein | Art und Werk
05162 98 56 871 | 0173 36 220 92
Bibliographie:
Jane Tidbury, Zenstyle, Das neue Wohndesign, 1999
Ingrid Riedel, Farben in Religion, Gesellschaft, Kunst und Psychotherapie, erschienen im Kreuz Verlag 1983
Ingrid Kraaz von Rohr, Farbtherapie, Das Basiswissen über Wirkung und Anwendung der Farben

herzlich willkommen