liebe und wege

liebe und wege eine erzählung

als ann  ihre augen aufschloss , zog die aufmerksamkeit ihre wahrnehmung zunächst auf die im raum um das bett hreum hüpfende kätzchen, die nicht mehr wollten dass ann in die unendlichkeit von ihren träumen in das bodenlose mit hineingerissen wird. mit halb geöffneten augen warf sie den kleinen ihre anerkennende und fürsorgliche anteilnahme in form von einem „guten morgen ihr lieben“ zu, dennoch ihr wunsch war weiter schlummern zu mögen. der traum in dem sie sich derweil bewegte,  fühlte sich in ihrem erleben so heilsam und warm wie auch friedlich und empfänglich an, so dass sie den pflichten des alltags noch nicht bereit war nachkommen zu wollen.

da die kleinen geschöpfe auf das bitten keine reaktion zeigten, entschloss sie sich dazu ihre glieder zu bewegen und hob die sie bereits neugierig mit den süssen knopfaugen anschauende und schon sehr aktiv tobende kinder sanft vom boden ab, eins nach dem anderen, und insgesamt waren es vier, aus dem zimmer  heraus, die tür hinter ihnen zumachend.
während die mutter der noch so kleinen kinder unterwegs war und nach nahrung ausschau hielt, übernahm ann freiwillig die rolle der ersatzmutter und kümmerte sich so um ihr eigenes wohlbefinden, den kleinen unbegrenzte freiheit  gewährend, mit dem vertrauen darauf, dass sich diese untereinander schon selber für einander entscheiden werden. ann liebte es mit leben und lebendigkeit der kätzchen umgeben zu sein und aber auch all die anderen lebewesen der flora und fauna waren ihrem herzen sehr nahe. egal ob schnecken, ameisen, vögel oder bären, für jeden von ihnen hatte sie ein lockeres und offenes arm sobald ihr diese erschienen sind. die sinne und die wahrnehmung der gelebten und der ungelebten natur erweiterten sich durch jahrelange praxis der aufmerksamkeit und der des zuhörens. sie stimmte mit der harmonie und den klängen der natürlichen lebensweise meist ihrem traum folgend obwohl sie nicht einmal eine leiseste vorstellung davon hatte wie nun sie im grunde wirklich leben wollte. zu viele möglichkeiten und die festlegung für eine von ihnen mochte sie einfach nicht akzeptieren. sie entschied sich nicht entscheiden zu müssen. komme was es wolle. ein abenteuer, vielfalt und reichtum im sinne von freude am leben waren bisher ihr kompass, von dem sie nicht abweichen mochte. immer an der silbernen schnur entlang, den faden sanft in der hand haltend, den boden unter den füssen spürend, verliess sie manchmal die erde und löste sich von ihr um den sternen nahe zu kommen. oft hielt sie ihre hände in die richtung ausbreitend um einen von ihnen zu berühren.
sterne, mond, der himmel und die nacht. die farbe blau umhüllten sie täglich mit der magie all den süssen versuchungen und  gaben. oft tanzte sie im himmel, leichtigkeit, freude und den kuss der göttin empfangend. lakshmi.

in der anderen welt. der, der nachrichten die im fernseher, zeitungen und internet ungestört verbreitet werden. nachrichten der welt, die sich ausserhalb von ihrem erleben in einer realität in der die anderen involviert waren, konfrontierte sie jemand bekanntes mit einer aus dem raum  in dem sich zur zeit in einem land das frankreich hiess, kommenden botschaft.
einer botschaft die sie nicht verstanden hat und auch nicht verstehen wollte. staatsgewalt ist kein leichtes thema über das ann sich mit politischen gedanken hätte befassen und mit ihnen auseinander setzen wollen. die entscheidung fiel ihr sehr schwer, dennoch war ihr das leben ihrer und ihrer familienmitglieder wichtiger als der kampf  um des widerstands und der auflehnung wegen.

so viele jahrzehnte und der mensch hört einfach nicht auf sich zu bewegen. er bleibt nicht stehen. er denkt und fühlt nicht mehr. er hat das gefühl für die zeit verloren. die zeit die ihm zum leben bleibt. er kämpft gegen die windmühlen und die wut scheint seine solarzellen mit energie aufzuladen um am nächsten morgen wieder der ihm gewohnten handlung zu folgen. so als ob der mensch, bereits völlig von der natur entfremdet, nicht mehr erinnert.
erinnerung schwindet. jeder tag gibt einem eine neue chance, so als ob der tag das schicksal eines jeden zu bestimmen hätte. dabei scheint dies nur eine von der illusion begleitete form von gier zu sein. gier und „haben wollen“ einem sogenanntem ego, dass die welten der unschuldigen kinder zu beherrschen versucht.
mit einer kamera aufgezeichnetes material schien ihre sinne betrügen zu wollen. die projektion die ann zur gesicht bekam liess sie nachdenklich und fassungslos den bildern die sie sah keinen glauben schenken zu wollen. dabei waren sowohl menschen als auch tiere und lebewesen betroffen die von den äusseren umständen und den begrenzungen der kultur, seiner normen und vorstellungen einem anderen lebewesen meinten eine art von macht aufzubürden um ihn zu besitzen und zum sklaven seiner begierden zu machen. sie fragte sich ob die begriffe „recht und pflicht“ auch dazu gehörten.  denn es passte nicht in ihren hals hinein, wie das möglich sein kann und wie es überhaupt dazu kam,  dass ein lebewesen hier „mensch“ genannt, einem anderem lebewesen sowas wie pflichten oder rechte  durch ein weiteres wort das für das globale regelsystem erfunden wurde hier „gesetz“ genannt auf einem tablett vorlegt. aus der schüssel fresse ich nicht!?  nun, könnte eine andere perspektive oder die sicht , meinung eines anderen behaupten: “ du hast doch selbst entschieden in diesem oder jenem land zu leben“ oder in diesem oder anderem körper zu sein. habe ich das wirklich? möglich.
wie ist das überhaupt möglich, dass menschen über andere menschen bestimmen. welche kräfte haben hierzu einen beitrag geleistet, fragte sie interessiert und ihr fielen dazu nur noch zwei wörter ein: gruppendynamik und massentierhaltung.
das hatten wir schon mal. du erinnerst? der krieg scheint ein trendiges modewort geworden zu sein. dem urteilsvermögen zu trauen wird sich die lage selten noch unkritisch in enthusiasmus umwandeln. ein dialog dem sie lauschend von der umwelt aufgefasst hat .

egal wie sehr sie sich darum bemühte, das interesse für die geschehnisse der welt zu verlieren, fühlte sie sich immer wieder von dem einen menschen in die einsamkeit treibenden fortschritt der modernen technik wie magisch angezogen. kein wunder. ann lebte allein und ihre freunde waren in der ganzen kugel zerstreut, so wusste sie nicht wie sie, um den visuellen kontakt mit ihnen aufrecht erhalten zu können, sich dabei noch anders hätte verhalten können, als dem fortschritt folge zu leisten. sie ahnte dennoch das dies eine falle, eine sackgasse ist. one way ticket.

die aktuellen nachrichten aus frankreich, dem nachbarland des landes in dem ann sich zur zeit aufhielt, haben  ihre aufmerksamkeit wahrhaftig konzentriert werden lassen und die bilder die sie sah haben sie für länger als wenige sekunden zum erglühen bekräftigt.
als ich sie später fragte, was sie gesehen hat, schaute sie mich nur an, lächelte leise und schwieg wieder um den schleier der grausamen handlungen die sie sah nicht wie gewohnt zu verdrängen, dann sprach sie doch.
gewaltsam wurden menschen von der polizei zum boden gerissen. waffen wie kleine bomben, die keine blumensamen waren gezielt auf die menge der rein zufällig sich an dem ort aufhaltenden menschen geworfen. ein mann ging zum boden und eine lache blut strömte aus den schläfen seiner kopfhaut, die strasse mit der heldentat schmückend.
rettende hände andererer passanten eilten dem betroffenem zur hilfe. eine spontanreaktion und die hemden wurden um die wunde des mannes gewickelt.
im selben moment wird von einem anderem gewaltsüchtigem psychopathen der seinen beruf als polizeibeamte ausübt eine frau an den hals gepackt und zum geländer mit dem rücken an die eisenabsperrung von ihm gedrückt so dass der rücken der frau fast zu durchbrechen scheint. sie fällt zum boden, er geht weiter. andere seinesgleichen interessiert seine tat nicht. er kommt unbestraft davon. was für ein trauermarsch.
wieder wurde sie nachdenklich, suchte jedoch nicht nach antworten, denn sie wusste, die welt, die menschen, die geschehnisse folgen ihrer eigenen dynamik die bereits seit jahrtausenden wie ein film von der rolle abgespielt wird. ann mochte nicht mehr mitspielen. die erfahrungen der letzten jahrzehnte  liessen sie jetzt nur noch schweigsamer werden und am rande zum beobachter der gesellschaft in der sie derzeit lebte keine andere wahl mehr. denn wo soll sie flüchten obschon sie jetzt doch gerne mit den anderen familienmenschen am liebsten auf einer insel der portugiesischen küste wäre. ihre gedanken sendete sie dorthin den morgen am 5 beginnt die neue zeit.
männer, frauen, kinder, jugentliche, mord und todschlag, dürre, sensationswut, konsum, religionen. all das bewegte die menschheit in einen dynamischen prozess welcher oft kein happy and prophezeite, zu mindest war dies die vibration des tages an dem ann solche gedanken empfing .
ein prozess, das wie ein atomkraftwerk funktioniert. früher oder später explodiert es und dann, dann ist alles frieden und die ordnung von der natur aus erneut die chance auf chaosfreiheit und neuregulierung der lebendigem verlauf des lebens aller bietet.
„ich freue mich schon auf den tag, wo alles um mich herum zusammenbricht“, dachte ann bei sich den falken über dem wald wahrnehmend, die auf dem boden gemütlich liegende und die zeit geniessende katze, ihre tierische begleiterin und gefährtin beobachtend. dem wind lauschend und die geräusche der auf der am wald  entlang führenden weges auf dem die autos hin und her in zwei mögliche richtungen sich fortbewegten konnten, denn die sie umhüllende yin und yang energie, ihnen keine andere geborgenheit schenken konnte als die des doppelten weges.

im alter von 3 wurde ann von ihrer ersten mutter allein gelassen. so ganz plötzlich und ohne vorwarnung und auch wenn manch einer dadran nicht glaubt, sind solche erfahrungen für wohl jedes kind und sein späteres leben, samt seiner reaktionen scheinbar prägsam, zu mindest sagen das die psychologen und wenn man ihnen den glauben schenkt, da sie im leben eines anderen auch eine rolle spielen so muss man dies wohl unbedenklich annehmen und als warheit akzeptieren. ob das wirklich die absolute wahrheit ist beschäftigte ann dennoch und früher oder später fand sie heraus, dass dies nur ein teil ihrer persönlichen geschichte ausmacht.

im selben augenblick sehnte sich ihr sehr nach einem freund der parallel an einem anderem ort als sie im moment sitzend und auf den regen wartend die abendsonne zum schlafen schaukelte. sie schrieb ihm eine nachricht, ihm das geheimnis ihres pulsierenden herzraumes mitteilend.
die verbindung wurde unterbrochen.
sie sah ihn lange zeit nicht mehr und vermisste ihn doch sehr, denn er war ein mensch mit dem sie hat schon immer gut und über gott und die welt reden können. jeden gedanken und jeden traum, sogar die tiefsten geheimnisse ihrer lust und ihrer freude  am leben. er hörte ihr zu und sie berührten sich oft liebevoll. sie verstanden und berührten sich auf allen ebenen wo sie immer wieder gemeinsame fluchtpunkte zu entdecken wussten. eine verbindung die nicht wunderbar sondern ehrlich und spürbar klar , die akzeptanz, die toleranz, warmherzigkeit und leidenschaft bereits kannte und ihre seelen trafen sich …

herzlich willkommen