der sensible mensch, hochsensibel im alltag

für sie gelesen: „der sensible mensch, leben zwischen begabung und verletzlichkeit“

heute möchte ich dem interessierten leser auf eine dokumentation aufmerksam machen, welche das phänomen mit der „erhöhten sensibilität“ zusammenfassend umschreibt. man erfährt von herrn pfeiffer, einem facharzt für psychiatrie und psychotherapie, der an der klinik sonnenhalde in riehen bei basel, mit betroffenen und fachleuten das thema der hochsensibiltät erforscht, von den zusammenhängen, die das bild der „sensitiven wahrnehmung“ ausmachen und in den letzten jahrzehnten prägten.

für sie gelesen: „der sensible mensch, leben zwischen begabung und verletzlichkeit“
textauszüge aus dem gleichnamigem buch von dr. samuel pfeiffer „ein leben mit erhöhter empfindsamkeit birgt besondere chancen und gefahren. dieses buch hilft betroffenen und fachleuten, die sensibilität zu verstehen.

sensible menschen gehen auf dünnem eis, nicht nur innerlich. sie müssen auch nach aussen etwas vorspielen, denn schwachheit ist nicht „in“, übermässige sensibilität ist nicht „cool“.
unsere kultur hebt menschen aufs podest, die etwas leisten, die lustig sind, gewinnertypen, leute mit ausstrahlung, hart im nehmen. sensible scheinen nicht in diese welt zu passen.

mosaik der sensibilität

„überwältigt von allem, was auf mich einströmt“ – diese aussage ist zentral für das erleben der sogenannten „sensibler menschen“. die amerikanische psychologin elaine n. aron spricht hier von den „hochsensiblen“, denen es von natur aus schwerer fällt, sinneseindrücke zu verarbeiten, einzuordnen und abzulegen. doch sie scheinen auch die umwelt viel intensiver und schöner wahrzunehmen als der weniger sensible teil der menschheit es in der lage sei. was meinen menschen also, wenn sie sagen: „ich bin sensibel?“

in die schönheit mischt sich der schmerz

rainer maria rilke hat einmal eindrücklich das sensible gehör eines blinden menschen beschrieben:

„und mein gehörwar gros und allem offen.
ich hörte dinge, die nicht hörbar sind:
die zeit, die über meine haare floss,
die stille, die in zarten gläsern klang, und fühlte:
nah bei meinen händen
ging der atem einer großen weissen rose.“

diese reizoffenheit kann etwas wunderschönes sein und ermöglicht gerade sensiblen eine tiefe erfahrung von klängen, kunst und düften, eine intensive berührung durch musik, die den weniger durchlässigen verschlossen bleibt. „manchmal erlebe ich die dinge so intensiv, dass ich ganz überweltigt bin“, erzählt eine junge dame. „wenn mich dann andere ansprechen, bin ich einfach sprachlos, ringe nach worten. es ist, als ob die musik nachklingen würde. aber in die schönheit mischt sich der schmerz. ich kann nicht einfach zu tagesordnung übergehen, ich brauche zeit zur verarbeitung. und das verstehen andere dann gar nicht. sie wollen nach dem konzertbesuch noch in ein restaurant, wollen reden, lachen, den abend geniessen. dann fühle ich mich wie ein fremdkörper.“

die übermässige geräuschempfindlichkeit macht ihnen so manches mal kopfzebrechen. sie „hören das gras wachsen“ versucht ein anderer glaubensritual den nicht anhaltenden zustand zu beschreiben. wo musik schön ist, da stört der lärm.

düfte als tor der erinnerung

„jeder geruch ist die überschrift eines lebenskapitels“, schrieb einmal der deutsche schriftsteller werner bergengrün. der geruchs- und geschmackssinn scheint bei den übersensiblen menschen feiner ausgeprägt zu sein.offenbar besteht eine enge koppelung zwischen sinneswahrnehmung und inneren empfindungen. denken sie einmal an die gerüche zurück, die ihr leben begleitet haben. so entstehen vielleicht aus den gerüchen ganz plötlich innere bilder, die sie vielleicht lange vergessen haben und mit denen sie positives aus ihrem erleben in die gegenwart integrieren können.
die düfte werden zum tor der erinnerung, die eine person als ganzes stark beschäftigen. umgekehrt sagt man im übetragenem sinne von einer person: „ich kann sie nicht riechen!“. problematisch kann die übersteigerte geruchsempfindung dazu führen, dass die betroffene person, wenn sie sich die frage stellt, ob vielleicht umweltgifte oder elektrosmog ihre gesundheit beeinträchtigen, sie ihre wahrnehmung auf diese phänomene verstärkt ausrichten, was das wohlbefinden angrifen kann. auch die geschmacksempfindung scheint bei den sensiblen verstärkt und zuweilen mit starken gefühlen verbunden zu sein.

ringen nach worten

sensible menschen ringen oft intensiv mit sich selbst und mit der frage, wie sie in worte fassen sollen, was sie bewegt. dazu gehört auch der patologische schreckreflex auf geräusche, licht, berührung. immer wieder schildern sensible menschen von einer übermässigen schreckhaftigkeit und einem starkem bedürfniss nach sicherheit, nach einem umfeld, wo es keine unangenehmen überraschungen gibt.
hektik, gewalt und leiden – die großen themen in kinofilm und fernsehen sind für sensible menschen nur schwer erträglich. sie leiden auch oft dadran, dass sie von den nöten der mitmenschen übermässig angesprochen sind. „die kleinste regung in den herzen meiner lieben lassen mich aufhorchen“, schreibt eine sensible frau. selbst zeitungmeldungen oder fernsehernachrichten werden intensiv erlebt.

reizüberflutung

was unterscheidet also sensible menschen von den weniger sensiblen? offensichtlich verarbeiten sie aussenreize intensiver als andere. forschungen haben gezeigt, dass bereits babys unterschiedlich auf reize ragieren. während die einen bei einem überraschendem geräusch ruhig und gelassen bleiben, vielleicht sogar interessiert nach der quelle schauen, reagieren die anderen mit offensichtlichem unbehagen, verziehen das gesicht oder fangen sogar an zu weinen. ihre sinneswahrnehmung scheint wachsamer, rascher angeregt, alarmiert wenn neues und ungewohntes auf auf sie zukommt: geräusche, intensive lichter, farben, bilder, gerüche.
menschen die „das gras wachsen hören“ scheinen auch mit ausgeprägtem intuitiven sinn ausgestattet zu sein. sie spüren schneller etwas, das andere erst später wahrnehmen, nehmen beinahe unbewusst auf, was in ihrem mitmenschen abläuft. sie wissen dinge „einfach so“, obwohl sie nicht sagen könnten, warum.
sensiblere menschen reagieren auch intensiver auf schmerz und körperliche missempfindungen. sie reagieren deshalb empfindlich auf situationen, in denen mehrere dinge gleichzeitig auf sie einstürmen, können eines nach dem andern machen, brauchen genug zeit, um im seelischen gleichgewicht zu bleiben.

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im teil II des buches, das die überschrift „sensible syndrome“ trägt, findet der leser ein überblick der symptomatik einer übersensiblen seele am beispiel von prinzessin diana wie auch hinweise zu forschungen und studien, die, die umwelteinflüsse untersucht, welche von dieser personengruppe stärker empfunden werden können, wie auch fallbeispiele, wenn die sensibilität krankhafte züge annimt und störungen im körper verursacht.

wie können sensible menschen in einer hektischen und fordernden welt überleben? wie können sie ihren seelischen reichtum einbringen, ohne an den folgen ihrer übermäßigen sensibilität zu zerbrechen? wie können sie anteil nehmen am erleben anderer menschen, ohne sich in ihrem leiden zu verlieren? wie können sie sich in eine beziehung eingeben, ohne sich zu überfordern? wie können sie ihr innenleben genießen, ohne sich völlig in ihr schneckenhaus zurückzuziehen?

im kapitel 15 gibt uns der autor anregungen zum umgang mit der eigenen welt der subjektiv empfundenen sensibilität.

ein ja zu finden zu den eigenen grenzen – das ist gar nicht so einfach. „ich möchte so gerne mithalten mit den anderen. aber ich brauche einfach mehr ruhe. ich kann nicht dauernd auf achse sein. aber verliere ich damit nicht den anschluss an die anderen?“ was haben sie für ein bild von sich selbst? was macht ihr leben erfolgreich? was wollen sie erreichen? wie würden sie den satz weiterführen: „ich fühle mich wertvoll, wenn …“, oder: „ich fühle mich liebenswert, wenn…“?

wenn der körper ihnen in seiner sensibilität grenzen setzt, dann kommt die angst  (gedanken) hoch: „ich bin nicht wertvoll; ich verliere die liebe der anderen, wenn ich schwach bin.“
aber: woher kommen denn diese forderungen? wer jagt uns denn? nicht immer sind es die ansprüche von aussen. es ist manchmal auch „der innere antreiber“, der uns einflüstert: „du solltest doch; du musst noch; man macht doch…“ müssen wir denn immer diesen einflüsterungen gehorchen? müssen wir dem inneren kameltreiber so viel macht einräumen?

gestehen sie sich ein, das sie bedürfnisse haben, dass sie mehr ruhe brauchen als andere, das sie zeiten einplanen können, wo sie wieder auftanken können. vergleichen sie ihre kräfte nicht mit denen anderer … „was blühen soll braucht schutz“. haben sie schon einmal überlegt, warum die menschen einen zaun um ihren garten bauen? grenzen geben sicherheit. sie stecken einen raum ab, in den nicht jeder eindringen darf, wo nicht irgendein streunender hund die zarten pflanzen zertreten kann. der blumengarten ist zwar abgegrenzt, aber innerhalb des zaunes umso schöner gepflegt. wer ein ja zu seiner grenzen findet, erlebt gerade in dieser einschränkung einen neuen überschaubaren raum, in dem duft und farbe des lebens sich entfalten können

wenn sie sich tiefergehend für das thema der sensibilität interessieren, finden sie, ausser der darstellung die in diesem buch zusammengefasst wurde, weitere informationen und hinweise im internet und buchhandlung in ihrer nähe.

hier finden sie weitere literatur, die hilfestellung anbietet:

hier gibleichter durch den alltag ohne reizt dieses buch zahlreiche konkrete tipps und hilfestellungen, das leben reizarmer zu gestalten. dem hochsensiblen werden praktische übungen an die hand gegeben, um grenzen ziehen zu können, den persönlichen schutzraum zu finden und neinsagen zu lernen.

 

 

wie hochsensible ihre kraftquellen entdeckenrund 10% aller menschen hochsensibel: sie nehmen aufgrund einer physiologischen disposition mit ihren fünf sinnen die unterschiedlichsten reize wie geräusche oder gerüche und emotionen anderer viel stärker wahr und leiden deshalb oft an der reizüberflutung des hektischen alltags. wenn es aber gelingt, diese intensiven wahrnehmungen gesund und förderlich in den alltag zu integrieren, zeigt sich, dass hochsensibilität eine besondere gabe ist: hochsensible menschen können mehr informationen aufnehmen und haben ein besonderes gespür für andere menschen.

anne heinze (mörfelden)  

wunderbar praktisch, feinfühlig, ermutigend und konkret gibt das buch sehr hilfreiche, kompetente antworten auf die 100 häufigsten fragen zur hochsensibilität, vom arzttermin bis zum vorstellungsgespräch, von der partnerschaft bis zur berufsauswahl. eine wahre schatztruhe an tipps und inspirationen.
sylvia harcke (todtnauberg)

 

meine hochsensibilität leben

von hochsensibler lebenserfahrung profitieren: oft wird der rote faden einer hochsensiblen existenz erst in der rückschau nach erreichen der lebensmitte deutlich. profitieren sie von der umfangreichen lebenserfahrung der autorin. sie zeigt ihnen auf, dass ein positives und erfolgreiches dasein nicht im widerspruch zur hochsensibilität steht. dabei lässt sie sie an vielen ihrer lebenserfahrungen teilhaben. die erläuterungen von vielen persönlichen erlebnissen und einsichten sowie die formulierung wertvoller tipps für den alltag helfen ihnen, ihre hochsensibilität positiver zu erleben.
hier geht es zum buch: meine hochsensibilität positiv gelebt

hier findest du andere interessante artikel:

was hochsensible besonders gut können

hier weitere internetadressen:

das potenzial der hochsensiblen 

und hier hilfe zur selbsthilfe :

für menschen die in niedersachsen (hannover, heidekreis) wohnhaft sind, bieten auch ich und meine im umkreis wirkenden kollegen hilfestellung an. therapie für betroffene und angehörige, wie auch begleitung und coaching in regelmässigen sitzungen für ihr/dein wohlbefinden: bernhard schlage (hannover), dan mor (hannover), anna mastalerz (bad fallingbostel, heidekreis).

in weiteren kreisen wirkende personen:

matthias gaenzer (kassel) coaching für hochsensibilität

herzlich willkommen