loic singt

für dich ein platz im licht

ich spüre mich und sehe dich in fast jedem gesicht, jedem augenlicht, in jeder geste erkenne ich dich. so wie ich dich kenne. die erinnerung verblasste nicht.

das englische wort „memory“ (erinnerung) hat eine griechische wurzel, die bedeutet, „sich um etwas sorgen, um etwas kümmern, etwas pflegen“. erinnerung wird lebendig, wenn wir uns um unsere erfahrungen kümmern, wenn wir uns zeit nehmen zu spüren, wenn wir den geschmack unseres eigenen lebensweges wieder in unserem körper fühlen.

ein mann half mir plakate auf einer tafel aufzuhängen. in einem supermarkt wo viele menschen hin einkaufen gehen. sie hängen da jetzt ganz oben, fest, mit klebeband befestigt und wenn sie nicht mehr da sein sollten so „war ich das nicht, das war der wind“ sagte er ganz unschuldig „dann können sie wieder was hinhängen“. ich ging noch in den laden hinein, die zahnpasta zu holen sie auf dem zettel in der küche auf der einkaufsliste geschrieben stand.

zwei weisse haare auf meinem kopf hatte ich die tage gesehen. ich liebe die natürliche farbe und die stärke meiner haare.

mein ohr wurde noch aufmerksamer als sonst, beide ohren und an jenem morgen wurde ich von einem solch wundervollem gesang empfangen, mir dadurch ein breites lächeln im gesicht erschien. dieses lächeln kamm von innen und immer und immer wieder schaute ich, wenn das aus meinem innerem aufsteigende lächeln mir begegnete, und nahm dies wahr als zeichen von ein bisschen glück. glück in freude ausgedrückt, vielleicht die der seele sie sich über etwas, über den gesang im aussen zu erfreuen schien.

jenes morgens sah ich die sonne zwischen den tannen leuchten, ein orangener punkt am horizont und kurz dachte ich, da sei ein feuer im wald, denn alles stand voller nebel als ich aus dem fenster hinausschaute, doch der nebel war keiner, welcher vom feuer her rührte, der nebel war eine wolke, ein teppich er sich knapp über dem boden aufhielt und die wunderschönen farben jener zeit in sich vereinte. meine augen sahen viele töne, viele farbtöne und meine ohren hörten diese wundervollen gesänge jene den frühling begrüßten.

so rein objektiv betrachtet fühlte ich mich nach wie vor mit meinem körper bis ans unendliche vereint, wohlig, warm und der direkte draht zu meiner mutter, der erde zauberte mir stets ein tiefes inneres lächeln in mein gesicht, welches ich in meinem herzen wie einen leise und sanft strömenden fluss wahrnahm. auf meinem gesicht, meinen lippen, meinen augen formte sich dieser geschmack er eine süssliche note hatte. ich spürte dieses lächeln kommen und gehen. wie sanftes stossen der wellen. wie ebbe und flut kein heftiger sturm, eine sanfte briese. augenblicklich erinnerte ich bilder und die ausflüge ans meer, den warmen sand und die spaziergänge ich sie oft allein unternahm. die kinder waren im zelt und hatten spiele gespielt während jemand anders seine aufmerksamkeit dem erfühlen von den spuren seiner im sand verschütteten erinnerung widmete. 
ich nahm den geruch des wassers und die im osten aufgehende sonne wahr und ein gedanke folgte darauf „welch ein wundervolles gefühl auf diesem wundervollem planeten ein leben zu leben. vielleicht sogar mehrere leben zu leben. bis in das unendliche, bis zu dem gelben stern.“ ein sternenstaub belegte den tisch neben dem ich sass, der blütenstaub vom winde getragen.

viele menschen gingen auf reise und ich, ich pflegte meinen garten und hatte neues gemüse gesät. es kamen wenig schnecken zu dieser zeit. eine, eine war auf der lilie zu sehen und ich nahm sie herunter und legte sie auf einen stein er auf der erde im schatten lag. ich wollte nicht, sie diese lilie verspeist. sichtlich schmeckten ihr die blätter, sie überall schon angeknabbert waren. die süsse kleine schnecke streichelte ich dann und beobachtete wie ihre kleinen antennen dabei zurück in den körper hineingehen und wie meine berührung bei der schnecke diesen impuls auslöste. ich streichelte dann noch einmal ihr häuschen, und diesmal war sie nicht so schnell mit dem rückzug. ich sass dann noch eine weile ganz in ruhe bei ihr und genoss die sonnenstrahlen sie mir und meinem körper mit einer so wohlig warmen fröhlichkeit daher kammen . ich liebe diese kleinen geschöpfe. meine lieben schneckis.

schon mal eine schnecke geküsst?

 

ich pflegte meine erinnerungen zu notieren, sie mir aufzuschreiben, ich sie vielleicht irgendwann nochmal zu etwas brauche? summer of love. 51 jahre später. sommer 2018, er naht. wie wird er für mich werden? was bringt er mit sich und wo verbringe ich ihn? unter den wolken, hier an dem selben ort wo ich immer bin, unbewegt und doch an aktivitäten gebunden?
ich lebe auf dem land mit meinem sohn und zwei katzen unter einem dach. oh, und wie schön ist das hier und ja, in san francisco wäre auch ich gerne mit dabei gewesen. das lebensgefühl liess sich nicht bezwingen, das lebensgefühl war nicht zerstörbar, es war nur fühlbar.

sommer 1979. ein jahr danach, so zum winterhin, da brachte mich meine mutter zur welt. erinnerst du dich noch dadran? bestimmt, du erinnerst viele ereignisse aus deinem leben und vorstellen mag ich mir nicht, das es mütter gibt, diese den geburtstag ihrer kinder nicht erinnern wollen, nein, oder doch?!?
 na ja, und da dir auch so diese anlässe und tage nicht wichtig aber auch nicht egal zu sein scheinen so fühle ich mich unverpflichtet, dir einen hemmungsfreien blumengruss zu senden. jetzt schon, zu früh?! einen blumigen tag und süsse vibrations. ach ja, öffne mal das fenster, wenn der lärm der strasse weniger wird. ich rufe dich dann auch nochmal an, die telefonnummer unter der du zu erreichen bist, die ist mir bekannt. bis später dann so in ein oder zwei tagen, tschüss. für jeden ein platz im licht.

immer und immer wieder schaute ich mich auf den gewässern um, diese nicht mehr so sehr tief schwarz und unendlich waren, wie die des eines ozeanes und eigentlich mochte ich mich lieber über dem wasser aufhalten, auf dem land, in den wäldern, auf den strassen und böden auf denen ich meine füsse spüren konnte. die landschaft sie lud mich ein. 

nie ahntest du was geschieht, wenn wir uns begegneten. früh am morgen gleich nach dem ich aufwachte spürte ich, dass für mein leben partnerschaft, verbindungen und beziehungen von unvergesslichen bedeutsamkeit waren.  meine beziehung zu dir begann in einer nacht diese durch ihre dunkelheit und tiefe eine aura des ewigen glücks auf uns übertrug. vom sternentstaub geküsst. der raum roch nach patchouli und meine nase presste sich sanft in das fell der kleinen kätzchen sie bereits die umgebung unsicher machten. ich achtete dadrauf sie nicht zu erdrücken. ihre haut roch jedoch so sehr vertraut ich pure freude an dem geruch empfunden habe. der lupinienkaffee ich ihn mir zubereitet hatte, schmeckte aussergewöhnlich mild. gemischt mit dem bio bohnenkaffee zusammen, verschaffte mir dieses getränk vergnügliche zeit ich sie beim frühstück mit mir jedoch nicht allein genoss.

mit dem wind


unser besuch aus frankreich. loic. 


in einer anderen nacht, dir so ganz nahe an ein wichtiges ereignis eingehüllt, da formten sich mir die worte, ich mein herz vor glühen spürte: 

du bist der, ich dich berühren kann,
der, er sich berühren lässt,
du bist der mond und der sonnenschein,
am abend du, er geht,
er berührend liebt,
er sich kennt, fühlt und nicht verbiegt,
auch weint, schau, dort, da die blume keimt,
so wunderschön und leuchtend,
siehst du, sie blüht und vor freude glüht,
vom wind geschaukelt,
gepustete frucht,
welch ein herz so frohen mutes tut wie du so einfach gutes,
du bist mein stern, meine offerte,
ohne den weg bin ich wie schelte,
in dieser nacht, an diesem tag,
wird uns geboren wer bleiben mag,
und eines tages schauen uns um,
und wissen dann wieso und warum,
schliesse die äuglein in deine hand,
sieh dort die farbe sie dich vereint,
sieh ihre freude sie dich umhüllt, du fühlst wie sie, wie wiedergeburt,
die ameise läuft auf meinem fuss, fühle mich von dir wohlig begrüßt,
dich hier zu spüren ist wie la fuente,
mich dir zu geben wie haselnusspuente,
deswegen gebe ich dir jetzt schon diesen unvergesslichen kuss und streife meine hand
durch dein verbundenes haar,
spüre dein gesicht, dein augenlicht,
im mondwasser geträumt, gebadet,
heilten uns träume in jeder nacht,
unsere ist die macht ohne tracht und auch die mondesnacht,
die liebe dich bis in das unendliche küsse,
wir hand in hand,
der boden unter unseren fussohlen,
steine, heitere fröhlichkeit,
bin so bewegt, mein herz wie zwei,
ich denke schon dort, da, da bin ich frei.
ich denke schon, dort, da, da will ich sein.

 

 

herzlich willkommen