die heilige weisse kuh und die huette

die heilige weisse kuh und die hütte

die heilige weisse kuh und die huette

„wenn sich ein blatt bewegt, kann auch der ast erzittern“, sagt ein altes chinesisches sprichwort und plötzlich wendete sich das blatt. eigentlich mochte sie nicht über das leid und krankheiten reden, zu mindest nicht über die eigenen beschwerden, die sie patu nicht loslassen wollten oder auch umgekehrt . eine der kleinen katzen kam zu ihr ins zimmer und legte sich neben ihr, einige zeit danach waren es bereits drei. sie kamen oft täglich zu ihr so als ob sie ein magnet für alles leben sei. als sie noch etwas jünger waren, krabbelten sie alle unter ihre decke und kuschelten sich an sie heran. jetzt wo sie bereits das fortgeschrittene alter erreichten, suchten sie sich verschiedene plätze in allen möglichen räumlichkeiten, kamen nachts dennoch wieder zu ihr, um mit ihr zu sein. ann stellte sich ein leben vor, in dem die tiere , pflanzen und mensch auf augenhöhe miteinander in harmonischen untereinander lebten. bereits jetzt war dies kein traum mehr, denn ann machte dies grosse freude und erfüllte sie mit leichtigkeit und frieden wie sie beobachten konnte das alles bereits eins ist. ein traum wurde wirklichkeit.

wenn du anfängst zu träumen und du anfängst zu spüren wie wunder geschehen, fühlst du immer mehr power, so als ob die sonne dein beständiger begleiter sei, auch wenn es regnet, schneit und die wolken den himmel verdecken bist du beglückt und beseelt. die sonne in deinem herzen strahlt in aller richtung. sie ist immer da. dann fängst du an dadran zu glauben, dass es zu träumen sich immer lohnt und der lohn deine liebe ist. deine fähigkeit zu sein und zu erkennen, zu spüren und wahrzunehmen. dich und dich in jemand anderem, der vielleicht nicht genau wie du aussieht, dennoch anteile hat mit denen du dich immer wieder spiegeln kannst, ohne ein spiegel jemals in der hand gehalten zu haben.

die kleinen werden bald abgeholt. die ersten zwei am 18 juni und ann wusste noch nicht ob sich noch jemand finden würde, der die anderen geschwister nehmen mochte. sie wünschte sich, dass sie als pärchen ein neues zuhause mit garten und viele freiräume und herzlichkeit, liebe und freude ihrem neuen menschen hätten bereiten können. sie malte sich aus, einen bauernhof am flussufer zu bewohnen wo so viele tiere immer rein und raus könnten wie das gerade sinn machen würde. was sie auf jeden fall fest und immer an der wiese die in der direkten nähe des hofes war sah, war eine kuh. eine heilige kuh. eine weisse oder auch weise kuh. die katzen schlürften unmengen an milch und auch ann konnte und wollte einfach nicht ihre gelüste bei seite liegen lassen. die milch war eines ihrer lieblingsgrundnahrungsmittel. eine medizin die ihre darmflora bereichert hat. sie stellte sich vor, sie würde die kuh viel streicheln und lieb haben. diese kuh wäre eine glückliche kuh und sie würde ann und ihre mitbewohner jeden tag mit warmen frischen milch versorgen. da sie wusste, dass ihr lieblingsmensch total gerne eier mochte, wären ganz sicher auch einige glückliche hüner und hächnchen die an täglich anderen orten des hauses ihre eier legen würden dabei. es wäre immer sowas wie ostern, ein brauch aus den westlichen kulturen, und die kinder könnten jeden tag auf eiersuche gehen. die hühner hätten keine stimmen, sie würden laute machen die nur unter ihres gleichen hörbar wären und der mensch davon nicht ständig genervt sein müsste ihnen zuhören zu müssen. so ein huhn kann schon einem das genick brechen. ein anderes mal ist das allerdings auch nett solch einem huhn zuzuhören.
auch gäbe es einen verwunschenen wilden garten, welcher sich selbst überlassen all das hervorbringen würde was für die gemeinschaft wichtig war. nahrung. lichte plätze. schattige plätze. obst und gemüse und jeder konnte wann er lust darauf hat im garten etwas tun oder es auch lassen, unabhängig davon ob es jetzt irgendwelche zeit war dies oder jenes auszusähen. kein druck, kein muss, keine pflicht. pure lust und leidenschaft herrschte im geist der bewohner und des hauses das sie bewohnten.

die kuh gilt in indien als lebenspenderin, als symbol der sanftheit. sie gibt für den menschen fünf heilige produkte order gaben;
die 1. gabe ist das ghee: das ist ein butterschmalz, das nicht nur zur zubereitung der speisen dient, sondern auch eine spirituelle bedeutung nicht nur bei zeremonien hat. so werden z .b. tote zur verbrennung mit ghee übergossen oder die lampen in den unzähligen indischen tempeln brennen mit ghee.
die 2. gabe ist der mist, der für die landbevölkerung als brennmaterial dient. mist kann auch als bindemittel zwischen lehm und stroh zum hausbau dienen. mit dem mist werden ebenfalls die felder gedüngt, er wird als mörtel bei den lehmhütten verwendet, um insekten abzuwehren. die nutzung des dungs zur gewinnung von biogas steckt noch in den kinderschuhen.
die 3. gabe ist der urin: er hat antiseptische und heilende wirkung, soll auch gut gegen zahnschmerzen und karies sein.
die 4. gabe ist die milch: das populärste getränk indiens ist der berühmte chai, tee mit milch oder milch-tee.
die letzte und 5. gabe ist lasshi: lasshi ist ein joghurt -getränk, das in der vegetarischen tradition indiens eine überaus große rolle spielt. während der indische chai (milchtee) normalerweise heiß getrunken wird, ist lasshi ein kaltes erfrischendes getränk den man bei großer hitze schlürft. aus diesen fünf gaben kann man erkennen, wie wichtig die kühe für die inder sind.
warum sind sie aber weniger wichtig für den europäer, fragte sich ann. weil die in europa lebenden menschen lieber den euro lieben als die kühe?! das klingt einleuchtend und gab ann das gefühl wieder der nackten wahrheit näher gekommen zu sein.

katzen sind von natur aus jäger. und auch die sisi , die ihrem namen ganz die ehre macht geht oft auf jagt um die noch kleinen mäuler satt zu bekommen für die sie sich entschieden hat. heute war das ein kleiner vogel. vögel und mäuse liegen an der spitze des speiseplans der katzenfamilie. „früher da versuchte ich noch aus mitgefühl einzugreifen um die vögel aus dem maul zu retten“, sagte ann. später lernte sie , dass dies ein natürlicher lauf der dinge ist. sie hätte es vielleicht verhindern können in dem sie die katzen kastrieren lässt. das machte man so und es war in mode. dies war für ann jedoch keine option. die natur sieht keine operativen eingriffe als natürlich vor, somit wäre diese körperverletzung ebenso ein unnatürlicher eingriff in den freiraum des lebensraumes dieser tiere. ausserdem macht sie dies nicht aus anderen motiven als des, des überlebens. in der wildnis oder mit anderen worten freien natur ist das eine ganz natürlicher und lebenswichtiger vorgang . jeder will leben. andere leben um wiederum von anderen gefressen zu werden. wer stärker ist gewinnt. wer schneller laufen kann auch. so weit von der tierischen natur scheint der mensch auch nicht entfernt zu sein. wenn das des schöpfers wille sein soll. ich weiss es nicht. etwas skeptisch und weiterhin neutral schaute sie etwas gleichbleibend in ferne zukunft welche weit vor ihrem horizont , noch weiter hinter der erdachse klar und deutlich für sie erkennbar war.

eine hütte im wald. nicht ganz von der zivilisierten welt und den modernen menschen weg, ein oder zwei kilometer tief im wald da wo die drei teiche waren, da fand ann eine frei stehende holzhütte. sie kannte den ort bereits von früher. umgeben vom fluss und drum herum nur wald. einzelne häuser waren nicht weit weg. an diesem verwuschenem ort inmitten von nichts und allem konnte ann sich vorstellen einen hafen zu bauen. die hütte war gross genug für eine kleine familie wenn man sie nach oben hin ausbaut und um die bäume herum eine plattform aufstellt, und auf dieser plattform eine weitere hütte die nach oben hin frei einsehbar wäre, könnte man eine phantasiereiche wohnatmosphäre erschaffen die dem traum von einem landleben am ufer eines baches wo wälder und bäume noch gerade stehen genau dem traum ähneln würde den ann bereits desöffteren in ihren nächtlichen träumen hatte. ann stellte sich vor, dass dies dem stiel ihrer sehnsucht am nächsten käme. es waren wiesen drum herum auf denen ann bereits desöfteren als sie durch das märchenhafte wald ihre täglichen runden drehte um an der brücke den lauf der geräuschkulisse dem traumhaften wasser zu horchen, das äusserst beruhigend und ausgleichend wirkte. der traum von einem gemeinschaftlich belebtem raum faszinierte sie. wie soll sie das aber allein auf die beine stellen? fragte sich ann. nur gemeinsam statt einsam. und wieder war sie auf hilfe anderer angewiesen, was sie jedoch diesmal begrüßte, denn die gemeinschaft ihrer freunde war für ann die verkörperung der freude selbst.

schafgarbe sammelte sie auf der rückkehr. die sonne neigte sich dem horizont  und ann fertigte noch einige handgemachte sachen aus wolle für die kleinen füsse. die geburtsstunde. und anfrage war gross, denn pro tag werden auf der ganzen welt 229.277 neue erdenkinder begrüßt … viva la vida!

 

herzlich willkommen