familien stammbaum: der apfel fällt nicht weit vom stamm

sagt man, wenn sich kinder im laufe ihres lebens ähnlich entwickeln wie ihre vorfahren, weil bestimmte eigenschaften oder verhaltensweisen innerhalb der familie weitergegeben oder vererbt werden.

bei den alten germanen, vor allem bei den niederdeutschen und westfälischen sippen, gab es in vorrömischer zeit die institution des abfells (ahd. ümpel). der abfell war ein zwilling, in einer neumondnacht geboren, dessen bruder – nur männliche nachkommen kamen hierbei in frage – in einer stammesfehde gestorben war. für einige zeit bekam der überlebende zwilling, der abfell, zum trost zahlreiche vergünstigungen eingeräumt: er durfte jede nacht eine frau seiner wahl zu bette führen, so viel met trinken, wie er konnte, und im beisein des häuptlings wind lassen. dies alles um die seele des gestorbenen zu besänftigen. ein Jahr nach dem Tod des geschwister allerdings mußte nun der abfell sich selbst vor den palisaden des dorfes entleiben. daher: der abfell fällt (stirbt) nicht weit vom stamm (seiner sippe).

eine buch rezension der frankfunter allgemeinen von 1996 streift hier noch ein weiteres feld an, welches den gleichnamigen titel trägt. „der apfel fällt nicht weit vom stamm“. das von detlef horster stammende buch beschreibt moral und recht in der postchristlichen moderne.

robert musil hat bereits vor sechsundsechzig jahren gewußt: „die these, daß der große umsatz an seife von großer reinlichkeit zeugt, braucht nicht für die moral zu gelten, wo der neuere satz richtiger ist, daß ein ausgeprägter waschzwang auf nicht ganz saubere innere verhältnisse hindeutet.“ jeder Problematik folgt deshalb die passende ethik auf dem fuße, und unser größtes problem ist nunmehr seit jahrhunderten die globale verständigung. (rezension der faz lesen)

bei dem fokus magazin von 1998 findet man wissenschaftlich orientierte verknüpfungen, die, die entwicklung der nachkommen der vererbung zuschreiben. so ein zitat:

bei der vererbung regiert der zufall. die beste antwort gab deshalb bislang der alte kalauer mit physikgenie albert einstein und blondes-dummchen-mimin marilyn monroe: sagt marilyn zu albert: „wäre es nicht wundervoll, wenn wir ein kind hätten mit deiner intelligenz und meiner schönheit?“ einstein erwidert: „wäre toll, aber was machen wir, wenn es andersherum kommt?“ (zum vollständigen artikel geht es hier entlang: vererbung)

„die ähnlichkeit mit meiner mutter entstand erst, als ich anfang 20 war“, erzählt cornelia hahn aus dorsten. beide tanzen gern, besitzen die gleiche mimik und gestik, die gleiche stimme und sind temperamentvoll. selbst ihr vater verwechselt heute tochter und ehefrau am telefon. „als baby sah ich meiner mutter überhaupt nicht ähnlich“, sagt cornelia hahn.

 

 

was ist deine persönliche erfahrung? findest du, dass sich dein leben ähnlich wie der deiner vorfahren entwickelt hat? welche eigenschaften oder verhaltensweisen, kannst du an dir wahrnehmen, die den deinen familienmitgliedern ähnlich sind?

 

herzlich willkommen