blub blub blub

beinwell, johanniskraut und die teufelskralle

ann konnte wieder ihre träume erinnern. unermüdlich und stark der bewegung ihres herzens folgend, fühlte sie, dass sie ihr leben ab jetzt etwas langsamer angehen sollte.  sie schaute zurück und fühlte frieden. mehr geld, mehr freiheit, mehr lebensqualität war die reklame die ständig und überall die wege des menschen kreuzten, wo er auch seine tägliche runden machte. raffiniert dachte sich an, fühlte sich dennoch davon strengst belästigt .

sie war eine pflichbewusste und für zehn mann die verantwortung tragende powerfrau. zu mindest sah sie sich selber in diesem schwachen licht, eine selbstbewusste frau, die oft allein die dinge in die hand nahm. möglich tat sie das, weil sie so auf dem direktestem weg den herausforderungen des alltags so am besten ins auge blicken konnte. dem auge der welt.

eine angenehme müdigkeit breitete sich in ihrer seele aus. die sonne stand bereits über der langweiligen, mit korn bedeckten grünen wiese und am rand konnte man bereits die heranwachsenden köpfe der kamillenblüte erkennen. insgeheim hoffte sie, endlich wieder ihrem geliebten menschen zu begegnen, ihm in die augen zu schauen, ihn zu umarmen, sein gesicht und seinen kopf zu streicheln und gleiches seinerseits zu erfahren. sie mochte es auf vielerlei weise jedoch nicht von jedem berührt zu werden und pflegte es gerne auch andere in ihrer vielfalt wahrzunehmen.

er war ein entdecker, ein mann des handwerks, mit seinen händen verzauberte er die behausungen anderer in etwas angenehmere lebensräume, mit denen sich die menschen zu dieser zeit in der sie alle lebten oder leben müssten, mehr oder weniger freudvoll aufhielten . für viele von ihnen war es die hölle im körper zu sein, vor allem wenn der körper leidete, jammerte und nicht so sein wollte wie er sollte. für andere war das gefühl bereits ein paradiesischer ort an dem man sich sein leben lang und gerne aufhält.

im aussen wurden viele häuser aus stahl und beton gebaut. die materialien nicht atmungsaktiv blockierten auch scheinbar des menschen organismus und machten ihn voraussichtlich zerbrechlich. der moderne mensch wehrte sich und kämpfte gegen das von der natur vorgegebenes leben und fühlte sich gleichzeitig von ihr immer wieder wie magisch angezogen. eine ambivalenz die den menschen mit dem drachen oder anderem tier bekannt machte.
in der natur fanden sie ruhe und konnten tief in den bauch hineinatmen ,dann holzten sie die lebensräume der tiere und der kleinen insekten ab um normierte tische und stühle für ihre räume aus beton daraus zu bauen. die kinnlade fällt immer wieder unter wenn man das menschen verhalten auf die waagschale legt und immer wieder wandernd die perspektiven wechselt.  so versuchte er wenigstens die ästhetischen wünsche seiner kunden zu verwirklichen und wo er nur das gefühl für ein offenes ohr, der ihm wohlgesonnenen verspürt hatte, nutzte er die gelegenheit ihnen optionen vorzuführen, die zu einem selbstbestimmten handeln und wohl als eine bereicherung für die wahlmöglichkeit dem menschen wege zeigten, ihre  träume von einem bewussterem leben verwirklichen zu können. am ende wollen sie alle auf den arm und das war so sicher wie das amen in der kirche.

andere sahen ihn als jemanden der mit einem gutem rat offenem ohr und auch zu jeder  tat bereit war. man konnte mit ihm pferde stehlen. ein lichtarbeiter, der den geheimnissen der menschheit unerbittlich auf den zahn fühlte und meistens ins schwarze traf.

vor ungefähr einundhalbjahren spalteten sich ihre wege wie eine achst ein holzstück von einander trennt um dem strom des wassers zu folgen. jeder von ihnen ging dem eigenem spirituellem pfad nach, wohl um den vergessenen verstand zu finden um ihn dann mit dem herzen zu vereinen. scheinbar waren dies die gründe, ann offenbarte er jedoch nie warum er sie verlassen hat. vielleicht wollte er ihre liebe und standfestigkeit auf die probe stellen oder auch anderes prüfen. mysteriös wie die umstände auch waren, ringte sie immer danach klarheit zu gewinnen um verstehen und begreifen zu können.

als sie sich kennenlernten war die menschheitsgeschichte bereits an dem punkt angekommen wo die mehrheit der bevölkerung in gedankengebäuden steckte und probleme sowie krankheiten die menschen zu dominierten versuchten, fast so als ob die keinen freien willen  mehr hätten, so als ob das schicksal und das karma die götzen waren, denen man sich selbst zum opfer machte. ann schien die welt  unheilbar zu sein. sie suchten nach wegen den menschen wahrzunehmen, ihn zu verstehen und in seiner ganzheit zu erfahren, denn das verhalten des menschlichen wesens war für sie und die gemeinschaft mit der sie ein solidarisches netzt aufbaute ein tagesaktuelles motto für abendliche diskussionen am feuer im schatten der bäume. diese  treffen waren einer geheimen natur, sie traffen sich heimlich an verschiedenen orten und nur die wenigen wussten ,  die sprache zu erahnen in der als nächstes gesprochen wird. kein wunder. bei über 2736 möglichen sprachen, die die französische akademie geschätzt habe war es auch nicht leicht mit jedem gleich und sofort verbales konsens zu finden. ann wusste mehr der nonverbalen kommunikation und der sprache des körpers zu vertrauen und konnte dennoch meist mit jedem gut kirschen essen.
auch wie der hase läuft erfuhr sie im laufe der jahre an eigenem leib.

nun reisten sie getrennt von einanander um auf den aus pferdehäuten handgefertigten trommeln die  schamanischen milchsstrassen unsicher zu machen aber auch mit der hoffnung, von den ahnen und alten seelen, die die zauberformeln  kannten, die alten formeln der heilkunst übermittelt zu bekommen. diese wurde ihnen helfen ihrem menschlichem selbst aber auch den anderen zu helfen die begrenzungen in offenheit, liebe und vertrauen umzuwandeln.
die menscheit schien gefährdet. not, krieg, leid und schmerzende hüllenlose körper beherrschten fast alle lebewesen, so dass die sich gegenseitig adoptierende geschwister auf zeit schon fast allein mit den ihnen bereits bekannten möglichkeiten und mächtigen fähigkeiten trotz aller bemühungen nur wenigen haben eine helfende hand bieten können. eigentlich waren sie keine wahren blutsverwandten. die tatsache hinderte sie jedoch nicht einander zu unterstützen und sich gegenseitig zu helfen. so wie in einer gesunden familie das der fall ist. vorausgesetzt man hat eine vorstellung davon, was das „gesund“ sein nun mal ausmacht.
die menschen waren ängstlich, die hunde bellten laut, ein mann schrie auf dem nachbarsgrundstück nebenan seine frau lauthals  und dann die emma an, denn so war der name der hündin die in das familiensystem der bewohner die im ersten stock des mehrgenerationshauses räume bewohnten, in das das tier mit eingebunden war. die leine war lang, dennoch zwickte es wohl am hals dachte sich ann und fühlte beinahe das schreiende innere kind diesen mannes, ihr waren die hände gebunden. sie unterliess es, sich in das geschehen mit einzumischen und spürte, dass dies ein fehler war.
jetzt, wo sie an kraft und stärke auch rückhalt der sternenfamilie, die in den regenbogenwälder ihre neue heimat gefunden haben spürte, war die zeit gekommen die wege zu glätten und weiter miteinander auf dem pfad der gemeinsamen stärke der realität die stirn bietend , einer realität, die wie mit einem grauen schleier  personen mit einer wolke ummanteln brauchte um selbst überleben zu können. wie eine zecke die sich am körper festbeisst um sich mit nahrung voll zu saugen gab es realitäten die einem die wahrheit immer wieder der illusion bevorzugthaben.  insbesondere litt sisi, die ältere katze die im haus wohnte unter den attacken der insekte. zehn, manchmal weniger fand ann an manchen tagen rund um ihren hals verteilt herum. sie behandelte sie mit einer mixtur aus 10 kräutern das schwedenbitter hiess, so waren die wunden an den bissstellen vor weiteren infektionen geschützt. knoblauchöl wie auch johannisöl verchlossen den weg und die neuen zecken meideten sie, denn der knoblauchgeruch sie abschreckte.

die realität, die sich ann zu tiefst wünschte war sehr einfach. mit freunden unterwegs sein. gemeinsam freude erleben, musik machen, geistvolle gespräche führen, essen kochen, wandern, die erde, den planeten in ihrer vielfalt wahrnehmen, die kulturen und andere völker kennenlernen.   ann fragte sich , wann es ihr gelingen wird diese schritte zu gehen. mit einem gepäck in dem vertrauen sie im wind schaukelte und so von ort zu ort dahin trug wo sie auch die nächsten zeichen  immer wieder finden würde. aber wozu brauchte sie zeichen? sie träumte davon mit ihm zu gehen. geteilte freude ist doppelte freude, sagte eine alte weisheit einer anderen kultur.
sie wollte nicht die route planen, eigentlich stellte sie sich vor, die route würde intuitiv den beiden in den schoss fallen, sie überraschen und sie bräuchten nicht einmal einen kompass dabei zu haben, nur sich selber, die sonne, den mond, die sterne und der weg hätte sich vor ihren augen schon allein gezeigt.
dem leben begegnen, mit allen sinnen. zusammen gehend in alle richtungen. ja. das war die beste idee, die ihr dazu eingefallen ist und worin sie sich gut und mit wohl fühlen konnte, jedoch gerne wollte sie ihn fragen, was er dazu meint und ob er solch eine riskante und gefährliche unternehmung planen mochte. eine skizze würde reichen. nur für alle fälle und damit man einige fluchtpunkte darauf finden kann, bei denen der schutz vor den umwelteinflüssen zu finden sei. vielleicht bräuchten sie nur eine decke, ein gewandt das man neben dem feuer aufspannen könnte und mehr nicht. das klingt paranormal, dachte sich ann, denn erinnert hat sie die vorstellung an ein leben an dem sie bereits teilgenommen hat. in einer fernen galaxie, weit ausserhalb von dem strahlungskreis der atomkraftwerke, die zur zeit auf der erde für und von  dem menschen gebaut wurden. gifte, gase, vernichtung. gefahr für alles leben. sie wunderte sich wie der mensch darauf gekommen ist. das ist doch selbstvernichtend. selbstzerstörerisch solch ein handeln. so muss der erfinder doch ein wahnverfolgter in verkleidung eines geistig frohen, geistesgegenwärtig kaum neben sich gewesen zu sein, als er die unterschrift auf dem gipfel sitzend auf das papier brachte. hm. seltsam. brauchen bäume papier um scheissen zu können, oder die vögel um nahrung für das nachkommen zu finden. die wölfe zum beispiel, den sagt man nach, wenn man sie beobachtet, sie haben ein dem menschen weit vorauseilendes soziales gefühl für das miteinander.
ann lebte zur zeit mit 8 katzen unter einem dach und wenn sie mit ihnen in resonanz ging, da erlebte sie die schönsten momente ihrer existenz. die seelen sprachen miteinander. die wesen assistieren ann auch bei all ihren begegnungen die sie mit menschen machte und es ist schon erstaunlich wie treffend ihre tiefenpsychologische analyse gewesen ist und wie aufdeckend die  benötigte energiefrequez  für die behandelnde person jetzt gut wäre. wie ein zehnter sinn ist ihre wahrnehmung fein und stofflich zugleich. ann spürte mehr als viele ihrer artgenossen und sie konnte helfen.

im weiterem schien ann die phantasie unmöglich, so als ob eine ungeahnte kraft sie dadran hindern wolle sich von der stelle zu rühren. sie liebte die natur und diese war ihr beinahe heilig. die wälder, vögel, bächer, flüsse, kräuter, pflanzen und alles natürliche war ihr nicht fremd und doch etwas fehlte. sie spürte oft eine lust in sich aufsteigen die dem leben eines nomaden ähnelte. sie wollte weg. die welt entdecken wie kolumbus nur diesmal mit etwas mehr elan. astrologisch gesehen hatte sie keine guten karten. man sprach ihr den steinbock im krebs auf der gegenüberliegenden seite und vom hören-sagen war solch eine konstellation keine der, die sich hätten gut ergänzen können. dies müsste gelogen gewesen sein, denn  erde und wasser stehen sich sehr nahe. zu mindest sagten dies die wandlungsphasen der chinesen und ihrer traditionen.

der freund an den sie dachte, meinte jetzt keine zeit zu haben und ausserdem hat er eine fiese epidemie durch sein ungläubiges denken auf sich gezogen, das im volksmund „die krätze“ gerufen wurde. sein körper war befallen und der juckreiz unerträglich, so dass ann dem heutigem traum nicht weiter nachhängen wollte. sie dachte in letzter zeit öffter dadran ihn wieder zu besuchen, die ärzte erlaubten dies jedoch noch nicht, denn die krankheit durch berührung auf andere übertragbar war und das risiko zu groß betroffen zu sein, somit blieb sie auf der anderen seite der kugel und freute sich für den moment ihm seelisch aus der ferne eine behandlung geben zu können um den heilungsprozess zu begünstigen.
einmal in der woche sprachen sie miteinander. sie sprachen über die geschehnisse der vergangenen tage . sie mochte ihn sehr jedoch seine tiefe und laute , eine eindruck erweckende stimme und die dunkle tonlage selbigen machten ihr etwas angst. früher war er anders. ausgegliechener und freundlicher. irgendwas muss mit ihm geschehen sein als er letztes jahr das land verliess und ann hatte das gefühl er war noch nicht soweit um ihr das geheimnis seines ärgers zu entblössen, so wartete sie stets auf den richtigen moment.

zu späteren stunde fuhr ann durch den wald um zu einem termin in das weit entfernte dorf zu gelangen wo der heiler lebte, den sie gut kannte und heute treffen wollte. sie war mit dem seelenbegleiter verabredet, der ihren rücken schröpfen sollte und ihr auch ein medizin geben sollte, dass ann von den  chronischen schmerzen hätte erlösen können. seit tagen litt sie sehr unter diesem so unglücklichem umstand und die wunde verschlimmerte sich vom tag zu tag, so dass ann beschloss jetzt auch hilfe für sich selber zu holen. dies fiel ihr nicht leicht, hilfe von anderen anzunehmen war ihr ein grauen, denn anns tiefe weisheit darin keinen zweifel gesehen hatte, dass der menschliche organismus doch in der lage sein muss, sich selbst zu regenerieren und sich selber der heiler zu sein, so wie es auch bei vielen pflanzenarten vorkommt. diese zwangsvorstellung war ihr jedoch zu viel des guten. möglich, dass der schmerz sie dadran erinnern wollte, den nächsten schritt zu gehen, davon lass sie oft bei studien der psyche (= geistige präsenz) und des soma ( = körper + seele ) . dass es ihr dadurch auch sagen wollte: „hey, du musst nicht alles alleine machen. lass los und dir helfen, gemeinsam sind wir stark“. gemeinsam statt einsam, schien ein guter vorsatz zu sein, dennoch mochte ann den gedanken nicht, da sie gerne autark und unabhängig ihr leben führen wollte. zur recht. eine bittere erkenntnis und ein gefühl von ohnmacht versuchten ein augenblick lang anns gemüt zu betäuben, sie spürte schnell, dass dies nicht gut für sie sei und auch die sie zu überschwemmende, sich um wut  wie ein karussell drehende bilder verzauberte sie im handumdrehen in kraniche und frösche die auf dem feld der mit mohnblüten bedeckten felder des ökologischen kreislaufes  mehr nützlich sein können wie als anns schlechte laune der natur ein diener sei. träume sind wie silberne fäden, die an lauen tagen dem wind ein küsschen geben.

sein garten wie ein märchenwald. in der ferne bambus, ein weg aus kleinen steinen mit wilden blumen und bäume die den lebewesen einen schutzraum gewährten. ann ging in die praxis herein. sie hörte stimmen im nebenraum, so dachte sie einen blick in den raum zu werfen auf dessen tür ein schild welches mit den worten geschmückt war: „wartezimmer“. sie öffnete die tür und mochte die nicht schliessen, sie suchte nach etwas womit sie die tür offen halten könnte. kurz dachte sie, sich wie zu hause fühlen zu können und ihr fuss führte eine bewegung richtung teppich, diesen als türstopper nutzen zu wollen. das funktionierte nicht und sie fand auch nichts weiteres was die tür hätte aufhalten können, so liess sie die klinke aus der hand fallen. weisse stühle fielen ihr auf, die ihr neu erschienen. weiss, die farbe der unschuld, reinheit und des friedens. eine gute wahl, dachte sie später als sie den tag nochmal vor ihrem drittem auge hat reveau passieren lassen. was ann aber etwas stützig machte war die das energieniveau, das im raum spürbar war. irgendwas war faul, irgendwas stimmte nicht, sie mochte nicht einmal ihr infomaterial in form von zetteln und notizen von ihrer praxis auf die fesnsterbank legen. eine energie die aus ihrer sicht einer möglichen reinigung bedürfte.  sie fühlte sich nicht wohl und ging wieder heraus. sie liess die ausgangstür offen und setzte sich vor die praxis in die sonne mit dem herzen in den blauen himmel fühlend. später sah sie noch ein bild von mosaik spiegeln die an der innenseite der tür eine gute figur machen würden dem wartendem eine verzerrende sicht seiner eigenen achse reflektierend.

daneben sitzend erblickte sie einen bereits hochgewachsenen salbeistrauch. sie pflückte einige blätter und ass diese. salbei gilt in der heilkunst als das kraut welches die fähigkeiten des feingefühls fördert. telepathie scheint hier also der schlüssel zu sein, dachte ann bei sich, sich auch an das gefühl von wut und aggression erinnernd, dass sie in sich fühlte als sie auf dem weg zu diesem ort gewesen ist. dies erschien ihr rätselhaft. sie rief vorher in seiner praxis an um sich zu erkundigen ob sie die bezahlung für die behandlung etwas später machen könnte, denn im moment war ann pleite. der moment dauerte bereits ne weile und sie schämte sich bereits dieser notlage, die sich kurzweilig wie die armut anfühlen müsste die sie noch nicht kannte. ann mochte keine schulden machen, deshalb interessierten sie auch die kreditvergebende institutionen nicht. nicht das das geld für sie schmutzig war, nein, sie betrachtete dieses mittel sogar als notwendig. nur der rahmen stimmte noch nicht.
er sagte was, was an nur halbwegs verstand und sie hörte dann ein zustimmendes wort. sie legte sie auf. als sie ihn gestern besuchte, meinte er in einem satz neben sich zu stehen. genauso fühlte sie sich, nach dem sie den telefonhörer aufgelegt habe. neben sich, unkonzentriert, benebelt, nach dingen suchend und nicht wissend wonach. es dauerte einige zeit bis ann wieder in ihre mitte das an diesem und allen anderen morgen ihr herz ausmachte. verrückt. auch eine art von müdigkeit verspürte sie in dem raum. mattheit, schlappheit und die nacht davor schlaflosigkeit. was ist da los? fragte sie sich.

die stimmen wurden lauter und sie kamen näher. eine jung kichernde frau  verliess das haus. die stimme des ann bereits bekannten mannes wurde erkennbarer. ein hallo in beide richtungen und ann ging wieder in den raum hinein. gelb, überall gelb stach in ihre augen. sein t-shirt, der laken auf der behandlungsbank im grossen und im raum daneben. wie ein kanarienvogel leuchtete alles im sonnengeflecht. er kam gleich zur sache, und schritt nach dem anderem bekamm sie die gewünschte schröpfung und aminosäuren in die stellen am kopf und nacken gespritzt die so übel weh taten. den duft der nelke und des johannisöles erkannte sie gleich und nahm einige große und tiefe atemzüge durch die nase in sich auf. lecker. sie spürte den geschmack diesen aromas bereits auf der zunge. nach einer dorn-breuss massage verabredeten sie den nächsten termin für den kommenden freitag, denn die lage war ernst und ann wollte unbedingt wieder gesund sein.

schmerzfrei für immer, ein motto von dem ann seit fast einem jahr und jede nacht träumte. die hoffnung stirbt zuletzt.

zwei morgen später wachte sie auf und erinnerte noch die reste des vergangenes traumes in dem sie ein bild sah, wo sie mit einer russischen frau , ein übungsprogramm auf die beine stellte. ann zeigte ihr, wie sie sich mehr mit ihrem körper verbinden kann und eine dehnübung aus der traditionellen chinesischen medizin die mit dem lebermeridian zu tun hatte ,  sozusagen mit ihrem architekten, der für die vision ihres lebens mit verantwortlich war, blieb ihr noch fest in der erinnerung verankert.
es war noch früh am morgen. die katzen machten krach. miau hier, miau da.
sie zog sich die cordhose über, denn heute kein so sonniger tag wie gestern gewesen ist und da sie gleich los sollte, dachte sie etwa eine schutzbekleidung jetzt für sie gut wäre. von aussen kommend hörte sie geräusche die sie schon gut kannte. ein rasenmäher. sie erblickte zwei männer. der eine sass auf einem solchem rasenmäher und der andere bediente eine elektrobetriebene sense.
ann fragte sich wozu sie das eigentlich machen? wieso stört sie der bereits so hoch gewachsener rasen vor ihrem heilkräutergarten? die beiden kannte sie bereits und wusste, dass wenn sie jetzt sich nicht einmischt so werden die von ihr gezielt ausgesähte mohnblumen und andere kräuter zum opfer der messerscharfen geräte fallen. dieses kleine stück land, diese kleine zunge wollte sie mit aller kraft verteidigen. als sie die tür öffnete, da kam ihr gleich der fiese gestank der mit benzin betriebenen maschinen entgegen. ihr gesicht verzog sie derart, wie als wenn man in eine zitrone beissen würde. widerlich. sie verstand nicht warum menschen sowas tun müssen. und mit sowas meinte sie, weshalb ein jemand freiwillig den gestank in seine lunge aufnimmt. doch nicht weil er dafür bezahlt wird, doch nicht weil man ihm geld dafür anbietet. er hörte kaum was sie sagte, denn ohrenschutz klebte an seinem kopf fest. sie benutzte ihre hände um ihm zeichen zu geben um die situation zu erklären. er trat noch mit dem fuss auf die jungen pflänzchen auf, dann winkte sie nur noch mit der anderen hand und ging wieder herein. er verstand.

heute war wieder alles anders. jeder tag lässt das was ann sich gestern für heute ausmalte oder ausdachte wieder verschwinden. so als ob nichts mehr davon wichtig sei. sie wusste nur noch, heute ist der tag wo sie wieder eine behandlung für ihr nacken bekommen sollte und das ziel war, die spritze abholen und wieder zurückkehren. der ganze plan, für den ganzen tag.

„ich bin wichtig, also sind meine gedanken und gefühle auch wichtig“, dachte ann während der fahrt. sie radelte, schaute in den fast wolkenfreien himmel und die stimmung war irgendwie ernst. sie fragte sich weshalb worte, egal welcher art auch gefühle im menschen auslösen können und wie das möglich ist, dass der mensch eine beziehung zu wörtern pflegt. wörter sind objekte. objekte sind sachen wie ein becher, ein glas, ein buch, eine vase. pflegen menschen also lieber objektbezeihungen? da musste was dran sein. als ann gestern am späten abend noch einen spaziergang durch die siedlung machte, erblickte sie einen mann, der mit einer blauen flüssigkeit gefüllten plastikflasche die „augen“ seines autos besprühte und sie liebevoll mit einem tuch reinigte und diese geste bestätigte ihre vermutung. ein auto ist kein lebewesen.

auf den feldern rollen die bauern bereits das zuvor in der sonne getrocknete gras in riesen ballen. ein jemand führ links an ihr vorbei. ein jemand der blaue bekleidung hatte und solche kopfhörer die ihn von der umwelt abkapseln, zu mindest von einem teil davon, dem was man durch den sinn des hörens von der natur wahrnehmen kann. auch hier wunderte sie sich. ann fand nichts auf der welt schöneres als das zwitschern der vögel , das riechen des windes, das fühlen des lichts, das schmecken der landschaft und all den bunten und weniger bunten nuancen der gegenwart.

in der weite erblickte sie ein erdbeerhäuschen das auf einem erdbeerfeld stand. „oh, endlich gibt es wieder erdbeeren die man selber pflücken kann“ erzählte sie sich und vor ihr erschien ein bild mit einem riesen topf in dem erdbeeren, minze, holunderblüten und vielleicht orangen vor sich hin brühen. sie freute sich bereits marmeladen zu machen, die sie dann später an ihre gäste oder freunde verschenken konnte. es lebe die natur.

nur noch um die kurve, eine strasse herunter, rechts und noch einmal rechts. dort stand ein altes haus in das die praxis des heilers mit eingebunden war. sie ging durch seinen garten darauf wartend bis sie behandelt werden konnte. jemand war drin und jemand kam noch dazu. eine ältere dame mit zwei gehstöcken in der hand kullerte vor sich hin. ann machte ihr die tür zum wartezimmer auf blieb selber draussen stehen.
der raum war nach wie vor für ann keine wahl und nur in der natur fand sie den trost.
heute bekam sie eine beinwell, teufelskralle spritze. noch ein paar weitere zutaten waren darin. sie windete ihren körper hin und her als er ihr die stiche mit einem „lebenswecker“, etwas tiefer machte. er nannte auch einen namen, was dies für eine methode gewesen sei, sie konnte dies nicht bei sich behalten. namen waren für ann wie die geschlechtsteilung. unbedeutsam. nun war dies wahrscheinlich eine überzeugung die aus dem 18 jahrhundert stammen musste, denn er holte noch ein foltergerät mit dem ihr körper noch mehr löcher bekam. ein teil aus metall das wie ein stempel funktionierte. danach schmierte er ihren rücken mit einer anderen substanz die ähnlich der anderen gewesen ist. ann hatte wieder hoffnung auf die vollkommene schmerzbefreiung und er war ein guter arzt …

 

 

 

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